Zum Weltfrauentag – Jobwachstum in Sachsen-Anhalt ist weiblich, aber überwiegend im Teilzeitbereich

©G.Tanner
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Blumen zum Weltfrauentag, diese Tradition ist in Sachsen-Anhalt weit verbreitet. Aber wie sieht es mit der Gleichstellung in unserem Bundesland aus? Der Beschäftigungszuwachs in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt fand vor allem bei Frauen statt, so informiert die BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen anlässlich des internationalen Frauentags am 08. März, jedoch liegen die Beschäftigungsverhältnisse vor allem im Teilzeitbereich.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg zwischen Juni 2009 und Juni 2015 bei Frauen um 3,1 Prozent, bei Männern um 2,8 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Betrachtung des Zeitraums zwischen Juni 2012 und 2015: Während die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen um 1,3 Prozent steigt, sinkt die Beschäftigung bei den Männern sogar um 0,5 Prozent. Bei Frauen entstanden in der Zeit absolut 4.825 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, bei den Männern gingen 1.762 Jobs verloren.

„Die Gewinnerinnen sind Frauen trotzdem nicht“, kommentierte Sachsen-Anhalts Gleichstellungsministerin Professor Angela Kolb-Janssen. „Denn Teilzeitbeschäftigung steigt, die Zahl der Vollzeit-Jobs sinkt. Wer heute, noch dazu unfreiwillig, in Teilzeit arbeitet, hat morgen eine geringe Rente. Zum Internationalen Frauentag bleibt leider die Feststellung: Gleiche Chancen und gleiche Bezahlung sind noch immer nicht erreicht.“
Neue Beschäftigungsverhältnisse für Frauen sind vor allem Teilzeitjobs – die Hälfte der betroffenen Frauen wollen mehr arbeiten. Die Arbeitsmarktexperten der Regionaldirektion fanden heraus: Die neuen Beschäftigungsverhältnisse bei den Frauen erfolgten vor allem in Teilzeit und auf Kosten der Vollzeit. Zwischen 2009 und 2015 stieg die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen um 38,5 Prozent, während die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen um 12,8 Prozent sank. Bei den Männern stiegen sowohl Teilzeit als auch die Vollzeit. Der Grund: „Bei den am häufigsten von Männern ausgeübten Jobs ist der Teilzeitanteil gering, Frauen hingegen arbeiten häufig in den Berufen mit sehr hohen Teilzeitanteilen, wie etwa als Sekretärin, Verkäuferin oder in der Pflege. Und: In Sachsen-Anhalt arbeitet fast die Hälfte der betroffenen Frauen unfreiwillig in Teilzeit, weil es in dem Beruf häufig kein Vollzeitangebot gibt“, erklärte der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius.

Frauen seien zudem häufig auf Teilzeitstellen festgelegt, damit die Kinderbetreuung abgesichert sei. Das sei ein echtes Problem. Schließlich gehöre die Erhöhung des Vollzeitanteils bei Frauen zu einer der wichtigsten Säulen der Fachkräftesicherung, so Senius weiter. Typische Frauenjobs, wie in der Pflege oder im Verkauf, seien oft mit Arbeit zu Randzeiten verbunden, in denen aber die Kinderbetreuung schwierig sei. Für eine echte Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt müsse in dem Bereich mehr passieren, erklärte Senius.

Quelle: BA Sachsen-Anhalt  Thüringen

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