Woche der Menschen mit Behinderung in der BA

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Mit dem internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 03. Dezember wollen die Vereinten Nationen das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veranstaltet  bereits zum dritten Mal vom 02. bis 06. Dezember die Woche der Menschen mit Behinderung, denn diese sind noch immerauf dem Arbeitsmarkt benachteiligt:

Menschen mit Behinderung profitieren weniger von der Arbeitsmarktentwicklung
4.800 schwerbehinderte Menschen sind aktuell in Sachsen-Anhalt ohne Job. Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung ist zwar in den vergangenen zehn Jahren auch gesunken – um etwa 30 Prozent, die Gesamtarbeitslosigkeit ging aber im gleichen Zeitraum um die Hälfte zurück (siehe Grafik). „Die Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen reagiert insgesamt weniger auf die positive Konjunkturentwicklung als die Arbeitslosigkeit von Menschen ohne Handicap“, sagte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius. Menschen mit Behinderung werde leider noch immer mit Vorbehalten begegnet, sie profitierten deshalb auch weniger vom Aufschwung der letzten Jahre, so Senius weiter.

Sachsen-Anhalt bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten Schlusslicht
Weitere Daten unterstützen diesen Befund: Sachsen-Anhalt ist bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten sogar bundesweites Schlusslicht. Insgesamt lag die Beschäftigungsquote, die den Anteil von mit schwerbehinderten Menschen besetzten Arbeitsplätzen in Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern beschreibt, bei 3,8 Prozent, die bundesweite Quote liegt bei 4,6 – bzw. in Ostdeutschland bei 4,5 Prozent. Bei öffentlichen Arbeitgebern ist die Quote im Land mit 5,5 Prozent höher als bei privaten Unternehmen mit 3,0 Prozent. Geografisch gesehen liegen die Städte Magdeburg und Halle mit 4,5 bzw. 4,1 Prozent über dem Landesdurchschnitt, Schlusslichter sind der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und der Saalekreis mit 3,0 Prozent.

Unternehmen mit mehr als 20 Arbeitnehmern, die weniger als 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. „Viele Unternehmen wissen oft nicht, welche Chance auf gute und motivierte Fachkräfte sie vergeben, wenn sie keine Menschen mit Behinderung einstellen. Fast 73 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten haben eine Berufsausbildung. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als bei den Arbeitslosen insgesamt, “ erklärte Senius. Stattdessen gebe es bei Manchem noch die falsche Vorstellung, dass behinderte Mitarbeiter häufiger krank seien und weniger leisten könnten, so Senius weiter.

Bis zu 70 Prozent Förderung bei Einstellung
Senius verwies auf die vielen Förderinstrumente. So könnten Arbeitsagenturen und Jobcenter Zuschüsse von bis zu 70 Prozent des Arbeitsentgeltes für die Beschäftigung eines Schwerbehinderten bezahlen. Bei der Beschäftigung besonders betroffener Menschen kann dieser Betrag mit Mitteln des Landes sogar noch weiter aufgestockt werden. Dazu unterstützen und beraten Mitarbeiter des technischen Services in den Arbeitsagenturen Arbeitgeber etwa bei der barrierefreien Umgestaltung von Arbeitsplätzen.

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit der Woche der Menschen mit Behinderung den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Quelle und Foto:  BA