Wie weiter mit den Bühnen Halle – ist es schon 5 vor 12?

Auch Rolf Stiska, Axel Köhler und Matthias Brenner zeigen die rote Karte ©sr-gt
Auch Rolf Stiska, Axel Köhler und Matthias Brenner zeigen die rote Karte ©sr-gt
Auch Rolf Stiska, Axel Köhler und Matthias Brenner zeigen die rote Karte ©sr-gt

Es hätte alles so schön sein können: Die Intendanten der Halleschen Theater und der neue GMD der Staatkskapelle stellen sich am Dienstag der Presse und stellten ihre ambtionierten und vielversprechenden Pläne für die nächste Spielzeit vor – dazu in den nächsten Tagen mehr. Doch dann redete Rolf Stiska, Geschäftsführer der Theater Oper und Orchster GmbH, Klartext:

Fünf Jahre bestehe die GmbH nun, eine Zeit der erfolgreichen künstlerischen Entwicklung mit steigenden Besucherzahlen. Dennoch sei er sich nicht sicher, ob die geplanten Programme realisiert werden können. Er hoffte, dass die Zuschüsse vom Land zumindest weiter fließen wie bisher, das entspricht auch dem Planansatz des Kulturkonvents. Das sei aber nur ein schöner Traum, denn die Kulturausgaben des Landes sollen deulich abgesenkt werden, das habe gravierende Auswirkungen für die Kulturförderung im Land. Er habe Informationen, dass die Kürzungen besonders Dessau und Halle betreffen sollen. Das habe, so Stiska, gravierende Auswirkungen auf die Bühnen Halle. „Eine verringerte Landesförderung wird zur Sterbehilfe“. Die zu erwartenden Kürzungen würden ein Minus von 8 Mio Euro gegenüber der Gründungszeit der Bühnen GmbH in Halle vor 5 Jahren ergeben.

Dramatisch werde die Lage im Sommer 2014, dann laufen die Haustarifverträge ab. Stiska sieht dann zwei Möglichkeiten, entweder die GmbH geht in die Insolvenz – bisher einmalig in Deutschland -oder die Stadt müsste einspringen, was bei der aktuellen Haushaltslage wohl kaum möglich wäre. Von einer Insolvenz wären dann die besten Bühnen und Orchester des Landes betroffen, Magdeburg wäre dann endlich Kulturhauptstadt, so Stiska weiter. Das Problem sei, dass er weder im Land noch in der Stadt mit jemandem darüber sprechen könne. Der Ernst der Lage werde verkannt.

Unterstützung erhielt Rolf Stiska von Ulrich Katzer, dem künstlerischen Betriebsdirektor. Die Kultur im Land sei jetzt schon unterfinanziert. Weitere Kürzungen seien nicht tragbar. Immerhin hat Sachsen- Anhalt im Vergleich zu Thüringen, das auch nicht gerade zu den reichsten Bundesländern zählt, nur einen Kultur-Etat von 40%. „Das können wir nicht hinnehmen“, so Katzer. Es ist 5 vor 12. Wir zeigen die rote Karte. Deshalb plane man Unterschriftenaktionen, man könne sich mit der roten Karte fotografieren lassen und so seine Verbundenheit ausdrücken und am 21. Mai gäbe es eine Abschlusskundgebung zur Aktion.

Jeder, der dem Kulturabbau in Sachsen-Anhalt die rote Karte zeigen möchte, unterschreiben oder ein Foto mit der roten Karte hochladen möchte, kann die Webseite www.5v12.org öffnen.

Gisela Tanner www.tannertext.de
Fotos: Gisela Tanner
Bühnen Halle Spielplan 2013/14 Bühnen Halle Spielplan 2013/14 Bühnen Halle Spielplan 2013/14