Wie der kleine Muck glücklich wurde – ein Stück für Kinder und Erwachsene im Puppentheater

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v.l.n.r.: Crhistian Sengewald, Karin Herrmann, Ivana Sajevic ©Foto: Falk Wenzel

[©Foto: Falk Wenzel] Der kleine Muck sitzt auf dem Basar und versucht, seine Ware zu verkaufen. Das macht er so lustlos, dass ihm niemand etwas abkaufen möchte, obwohl sein Sortiment ganz ansehnlich  ist. Aber was hilft das, wenn er sich selbst nichts  zutraut?

Im Puppentheater Halle begann die neue Spielzeit mit einer Doppelpremiere, ein Märchen aus dem Morgen- und eines aus dem Abendland. „Der kleine Muck“, vielen noch aus dem gleichnamigen DEFA-Film bekannt, spielt im Orient, von dem wir so viel gehört haben, der aber einigen sehr fremd zu sein scheint. Dabei bewegen Okzident und Orient doch die gleichen Fragen und Probleme. Der kleine Muck sieht anders aus, er ist klein und hat einen zu großen Kopf. Nach dem Tod seines Vaters wird ihm sein Eigentum genommen und er wird von den Verwandten verstoßen, denkbar ungünstige Bedingungen für einen Start ins Leben. Bekleidet ist er mit einem viel zu großen Anzug, den er von seinem Vater geerbt hat. Damit er passt, hat er ihn abgeschnitten. Außerdem trägt er einen großen Turban. Das Märchen von Wilhelm Hauff wurde 1826 veröffentlicht.

Solange „Muck“ sein Schicksal nur hinnimmt, ändert sich nichts, doch dann macht er sich auf den Weg, er geht in die Wüste.  Seine erste Station ist  Frau Ahavzi, die ihre Katzen abgöttisch liebt.  Als das Porzellan, auf das das er aufpassen soll, zerbricht, nimmt Muck sich etwas aus der Schatzkiste  mit und geht weiter, Schuhe und einen Stock. Dank der Schuhe, die besondere Eigenschaften haben,  wird er zum Kurier des Königs. Mit dem Stock  findet er dessen verborgenen Goldschatz und verteilt ihn unters Volk. Das gefällt dem Herrscher gar nicht und „Muck“ wird verhaftet. Dem Tod kann er wegen des Feigenbaums mit den geheimnisvollen Früchten entgehen, wir erinnern uns an die Eselsohren. So wird er sogar noch vom König belohnt. Er kehrt in seine Heimat zurück und plötzlich läuft es mit dem Stand auf dem Basar.

Im Puppentheater Halle zeigen Karin Herrmann, Ivana Sajevic, und  Christian Sengewald mit vollem körperlichen Einsatz unter der Regie von Ralf Meyer, wie es dem kleinen Muck ergeht und wie er den Weg ins Leben findet. Von der ersten Minute an sind die großen und kleinen Zuschauer von der Geschichte gefangen, leiden und lachen mit, z.B. wenn der kleine Held mit seinen „Zauberschuhen“ über den Wüstensand eilt oder das Volk, eine Gruppe, die aussieht wie Barby-Puppen, mit dem kleinen Muck hadert. Kinder sind ein ehrliches und begeisterungsfähiges Publikum.  Sie staunen und stellen ungeahnte Fragen, etwa ob der Goldschatz, den Muck aus der Tiefe holt, aus Schokoladentalern besteht. Man merkt den drei Künstlern die Freude am Spiel mit den Puppen von Louise Nowitzki an. Eine fantasievolle und kurzweilige Geschichte hat Ralf Meyer da inszeniert. Die Karten sind übrigens sehr begehrt.

Nächste Vorstellungen: 13. November 2016 – 14. November 2016 – 15. November 2016

Gisela Tanner