Weniger Kinder in Hartz-IV-Familien

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Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, leben in Sachsen-Anhalt immer weniger Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften. Im Zeitraum zwischen Juni 2007 und Juni 2012 reduzierte sich die Zahl der Kinder in Hartz IV-Haushalten von 80.238 auf 67.643. Binnen fünf Jahren ein Rückgang um 15,7 Prozent.

Auch die sogenannte Hilfequote der unter 15 Jährigen sank weiter. Diese beschreibt den Anteil der Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften an der Wohnbevölkerung in der gleichen Altersgruppe. In Sachsen-Anhalt lag die Hilfequote bei den Kindern unter 15 Jahren im Juni 2012 bei 26,7 Prozent. Im Juni 2007 lebten hierzulande noch 32,8 Prozent der unter 15-jährigen in Bedarfsgemeinschaften.

Kay Senius, Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, warnt trotz des positiven Trends: „Sicher haben viele Familien von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. Dazu haben die Jobcenter auch gute Arbeit geleistet. Trotzdem wächst landesweit noch immer jedes vierte Kind in einer Bedarfsgemeinschaft auf. Das zeigt uns, dass das Armutsrisiko bei Kindern nach wie vor ein großes Problem in Sachsen-Anhalt ist.“

Sachsen-Anhalt liegt im Vergleich mit den anderen neuen Bundesländern auf dem 14. Platz. Deutschlandweit sind nur noch in Bremen und Berlin die Hilfequoten der unter 15 Jährigen höher. Im Bundesdurchschnitt lag die Hilfequote im Juni 2012 bei 15 Prozent. In Ostdeutschland betrug die durchschnittliche Hilfequote der unter 15 Jährigen in dem Zeitraum 24,3 Prozent.

Senius meint dazu: „Armut darf sich nicht vererben. Deshalb müssen Kinder Arbeit als Normalität empfinden. Die Jobcenter werden sich in diesem Jahr noch intensiver den Personengruppen zuwenden, bei denen sich das Armutsrisiko zu verfestigen droht. Das betrifft Alleinerziehende, Menschen ohne Schul- bzw. Berufsabschluss und Familien, in denen beide Eltern arbeitslos sind“, sagte Senius. Viele dieser Menschen hätten wegen unterschiedlicher individueller Probleme, aber auch wegen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen nicht vom Aufschwung der letzten Jahre profitieren können. „Die Hilfebedürftigkeit nimmt ab, dafür brauchen die Betroffenen heute individuellere und auf sie zugeschnittene Unterstützung“, so Senius weiter.

Quelle und Foto: BA regional