Sachsen-Anhalt: Weniger Kinder leben von Hartz IV

Wie die Arbeitsagentur mitteilt, leben in Sachsen-Anhalt immer weniger Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften. Im Zeitraum zwischen Dezember 2007 und Dezember 2011 reduzierte sich die Zahl der Kinder in Hartz IV-Haushalten von 78.500 auf 67.200. Binnen vier Jahren ein Rückgang um 14,4 Prozent.

Auch die sogenannte Hilfequote der unter 15 Jährigen,die den Anteil der Kinder unter 15 Jahren in Bedarfsgemeinschaften an der Wohnbevölkerung in der gleichen Altersgruppe beswchreibt, sank. In Sachsen-Anhalt lag die Hilfequote bei den Kindern unter 15 Jahren im Dezember 2011 bei 26,6 Prozent. Im Dezember 2007 lebten hierzulande noch 32 Prozent der unter 15-jährigen in Bedarfsge-meinschaften.
Der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius, warnt trotz des positiven Trends vor zu viel Euphorie: „Sicher haben viele Familien von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. Wenn aber mehr als jedes vierte Kind in einer Bedarfsgemeinschaft aufwächst, dann zeigt es uns, dass das Armuts-risiko bei Kindern nach wie vor ein großes Problem in Sachsen-Anhalt ist.“

Sachsen-Anhalt liegt im Vergleich mit den anderen neuen Bundesländern auf dem 14. Platz. Deutschlandweit sind nur noch in Bremen und Berlin die Hilfequoten der unter 15 Jährigen höher. Im Bundesdurchschnitt lag die Hilfequote im Dezember 2011 bei 14,9 Prozent. In Ostdeutschland betrug die durch-schnittliche Hilfequote der unter 15 Jährigen in dem Zeitraum 24,8 Prozent.

Senius meint: „Wir beobachten vor allem in kinderreichen Familien eine Verfestigung in den Hartz IV Strukturen. Hier müssen wir gegensteuern, das Armutsrisiko darf sich nicht vererben.“  Gleichzeitig wies Senius auf das höhere Armutsrisiko von Kindern hin, die in einer „Ein-Eltern-Familie“ aufwachsen. Denn Alleinerziehende hätten es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Wenn sich an den Rahmenbedingungen für Alleinerziehende nichts ändere, dann sei auch das Problem „Kinderarmut“ nicht in den Griff zu bekommen, so Senius weiter. Mehr als 53 Prozent aller Alleinerziehenden in Sachsen-Anhalt bezogen im Jahresdurchschnitt 2011 Hartz-IV-Leistungen, bei Alleiner-ziehenden mit mehr als 2 Kindern waren es sogar 63 Prozent.
Quelle: BA-Sachsen-Anhalt-Thüringen