Weltpremiere: Neuartiges Kopplungselement sorgt für besseren Halt eines implantierbaren Hörgerätes

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Die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie hat weltweit zum ersten Mal ein neuartiges Kopplungselement zur Befestigung eines implantierbaren Hörgerätes eingesetzt. Der Operateur, Prof. Dr. Stefan Plontke, Direktor der Klinik, erwartet durch das anatomisch passgenauer geformte Kopplungselement einen besseren und längeren Halt des teilimplantierbaren Hörgerätes an den Gehörknöchelchen. „Wir gehen davon aus, dass sich dadurch die Weiterleitung des Schalls bzw. die Energieübertragung auf die Gehörschnecke verbessert und damit auch das Hörvermögen der betroffenen Patientinnen und Patienten.“ Das CE-zertifizierte Kopplungselement wird aus Titan gefertigt und ist nur vier Millimeter groß. Es wurde von Medizinern aus Würzburg und Rostock und Naturwissenschaftlern aus Tübingen in Zusammenarbeit mit einer österreichischen Hörimplantate-Firma entwickelt.

Im Rahmen einer europaweiten Anwendungsbeobachtung soll nun die langfristige Wirksamkeit des Kopplungselementes überprüft werden. Die Studie wird wissenschaftlich von PD Dr. Torsten Rahne (Physiker und Audiologe an der halleschen Uni-HNO-Klinik) geleitet. „An der Studie wirken 18 Zentren aus dem gesamten Europagebiet mit“. Aus Deutschland werden z.B. Experten aus Rostock, Dresden, Berlin, Frankfurt/Main und Halle an der Studie teilnehmen und das neuartige Kopplungselement einsetzen. PD Rahne ist wissenschaftlicher Audiologe und kümmert sich um die anspruchsvolle und langwierige Feinabstimmung und Einstellung von implantierten Hörgeräten sowie von Cochleaimplantaten (CI). Diese sind Sinnesprothesen, die gehörlosen und hochgradig schwerhörigen Menschen wieder zum Hören verhelfen.

Die erste Patientin mit dem neuartigen Kopplungselement und einem weiterentwickelten, teilimplantierten Hörgerät wurde vor wenigen Wochen durch Prof. Plontke, Direktor der Halleschen Universitäts-HNO-Klinik operiert. Sie ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. In Halle erfolgt nun auch die zweite Implantation, dieses Mal durch den Hauptentwickler des Kopplungselementes, Prof. Robert Mlynski aus Rostock, im Rahmen des 7. Halleschen Workshops für Cochlea-Implantation, implantierbare Hörgeräte und hörverbessernde Mikrochirurgie des Ohres, welcher vom 2. bis 4. März 2015 stattfindet und von der Uni-HNO-Klinik organisiert und durchgeführt wird. Dazu werden Experten aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet.

Quelle: Uniklinik Halle

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