Warum, zum Teufel, sollt ich schweigen?! Adolphis Heimspiel in der Elbener Kirche

Klaus Adolphi - Foto: H.-J. Paasch

[ Foto: H.-J. Paasch] Klaus Adolphi ist nicht nur ein bekannter Musiker (Bands „The Aberlour’s“ und „Horch“) , sondern vielen auch aus der Weihnachtsrevue im halleschen Steintor mit Herrn Fuchs bekannt (Hund Lumpi).  Bewohner seines Heimatortes Elben im Landkreis Mansfeld-Südharz konnten ihn kürzlich in der Kirche erleben. Unser Autor Hans-Jürgen Paasch war auch dabei:

Das hat die kleine Kirche im mansfeldischen Fleischbachtal noch nie erlebt. Ein Mehrfaches der Einwohner drängelt sich in diesem kleinen Raum, nur um Klaus Adolphi zu erleben. Hallenser kennen Ihn von seinen vielfältigen Aktivitäten. In Elben ist er sowieso bekannt, wohnt er doch in diesem kleinen Ort unweit der Kirche.

Am letzten Freitag im September wird es abends schon empfindlich kalt. Einige Gäste werden angehalten den Ofen zu füttern. Auch trägt die gefüllte Kirche dazu bei, dass keiner friert.
Bei Klaus Adolphi geht es natürlich ums Mittelalter. Etliche historische Instrumente sind vor dem Altar verteilt. Er möchte dem Publikum das Leben und Werk des bedeutenden Dichters des französischen Mittelalters, François Villon, nahebringen. Klaus erzählt aus dem abenteuerlichen Leben dieses kriminellen Balladenschreibers und spielt einige gleich vor. Die Balladen Villons handeln von seinem turbulenten Leben. Es geht um seine Umtriebe mit den größten Gaunern Paris ebenso wie von seinen Verhaftungen, Verbannungen und seinem Todesurteil.

Adolphi vertont alles mit der ihm eigenen rockigen Musik. Manche Balladen, in den zotigen Worten Villons, erscheinen absolut aktuell. Klaus spielt auch noch andere Balladen, die mancher Villon zuordnen würde, die aber nicht von Ihm sind. So die Geschichte vom roten Erdbeermund, die wohl jeder, seit Klaus Kinski, Villon zuordnet. Jedoch hat Paul Zech 1931 in seinem Buch „Die lasterhaften Lieder und Balladen des François Villon“ dieses Gedicht selbst hinzugefügt.

Am Ende seines Programms entschuldigte sich der Künstler, dass ein solches Programm, welches mit dem mutmaßlichen Tode des Protagonisten endet, einfach keine Zugabe gestattet. Auf Anfrage bestätigte die in der vorderen Reihe anwesende Pfarrerin, dass dieses Programm einer Kirche angemessen ist.

Also, wer nicht da war, einfach mal nach dem Programm „Villon Par Adolphi“ Ausschau halten. Es lohnt sich. Wer mehr aus der Kirche sehen will, einfach mal bei einem Online-Filmchen-Portal nach Elben, Adolphie oder Aberlours suchen. Das lohnt sich auch.

Text und Foto: Hans-Jürgen Paasch

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