Vortrag im Kunstmuseum Moritzburg zur Rettung des Bilderschatzes von Schmirma

(c)tannertext - Moritzburg - Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma
(c)tannertext - Moritzburg - Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma
(c)tannertext – Moritzburg – Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma

Im Oktober 2014 wurde die Wiederaufhängung der Deckengemälde Karl Völkers aus den Jahren 1921/22 in der Kirche von Schmirma im Saalekreis (ehem. Landkreis Merseburg/Querfurt)  feierlich begangen.  Sie wurden zuvor restauriert und im Kunstmuseum Moritzburg ausgestellt.

Entstanden zwischen der expressiven und der neusachlichen Werkphase des Künstlers, gelten sie neben den Deckengemälden von 1914 in der Kuppel der Kapelle des halleschen Gertraudenfriedhofs als frühes Zeugnis seiner meisterlichen Beherrschung der großen Form und ihrer handwerklich adäquaten Umsetzung. Die Deckengemälde, die von Völker ebenfalls vorgenommene Neugestaltung des Altars und die farbige Neufassung des Kircheninnenraumes bilden ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk, das es zu erhalten galt.

Parallel zur Restaurierung der Gemälde wurde auch die von Völker vorgenommene Farbfassung von Wänden und historischer Balkendecke wieder hergestellt. Die Besucher der Kirche können nun wieder exemplarisch die Grundhaltung Völkers bei der harmonischen Gestaltung gegebener Räume nachvollziehen und sich ungestört an Farbenpracht und Architektur erfreuen.

Vortrag + Diskussion

24. September 2015, 18:00, Kunstmuseum Moritzburg, Barockzimmer (Talamt)
Restaurierung und Forschung. Vortragsreihe des Verbandes der Restauratoren (VDR) und des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)
Karl Völkers Passionszyklus in der Dorfkirche von Schmirma: Rettung eines Bilderschatzes der Moderne
Mit Uta Matauschek, Restauratorin; Klaus Völker, Enkel Karl Völkers

Der Werdegang der Restaurierungsarbeiten hat sich über mehr als 20 Jahre hingezogen. Der Vortrag gibt Einblick in die „historische Entwicklung“ der Restaurierungsarbeiten und der angewandten Technologien. Voraussetzungen für die Wiederanbringung der Gemälde waren die Sanierung des undichten Dachstuhls und die Neufassung der Holzdecke. Für den problematischen Zustand der Kassettendecke eine konservatorisch vertretbare Lösung zu finden, war eine besondere Herausforderung.

Vorgestellt werden die konservatorische Problematik an den Gemälden und der Kassettendecke sowie Einblicke in die restauratorische Bearbeitung durch Uta Matauschek und Sybille Kreft, einschließlich der Abläufe, die ein solches Projekt mit sich bringt.

Quelle: Kunstmuseum Moritzburg

 

* Zitat von Fritz Leweke, 1982, Neues Palais, Marmorsaal