Utopien vermeiden – Jubiläumsfestival der Werkleitz Gesellschaft

Werkleitz Festival 2013 Foto© G.Tanner
Eine Installation wird vorbereitet (c)tannertext
Eine Installation wird vorbereitet (c)tannertext

Die Werkleitz Gesellschaft wurde 1993, als die gesellschaftliche Umwandlung nach dem Fall der Mauer noch euphorisch wahrgenommen wurde, als Kollektiv mit flachen Hierarchien gegründet. Junge Filmstudenten suchten dafür einen Ort zwischen Berlin und Braunschweig und entschieden sich für das Saaledorf Werkleitz in Sachsen-Anhalt. Später verlegte die Gesellschaft ihren Sitz nach Halle. Werkleitz widmet sich der Medienkunst von der Förderung bis hin zur Präsentation und Verbreitung und spielt dabei eine bedeutende Rolle für die zeitgenössische Kunst in unserem Bundesland.

Werkleitzfestival 2013Sein 20jähriges Bestehen möchte der Verein in diesem Jahr mit einem besonderen Festival feiern. Vom 12. Bis zum 27. Oktober werden im ehemaligen Lager des Centrum-Warenhauses Arbeiten von vierzehn internationalen Künstlern gezeigt und von zwanzig Kuratoren vorgestellt und betreut. Diese Arbeiten wurden extra für das Festival geschaffen. Der Titel „Utopien vermeiden“ geht auf eine Installation von Martin Conrath zurück, der diesen Schriftzug in Neonleuchtschrift auf der ersten Werkleitz-Ausstellung 1993 zeigte.

Werkleitzfestival 2013Noch wird in der Ausstellungshalle gearbeitet und Fantasie ist gefragt, sich hier eine Ausstellung vorzustellen, aber weiße Flächen und einige Installationen lassen den Umfang des Festivals erahnen. Die künstlerischen Leiter Daniel Herrmann und Marcel Schwierin (Foto rechts und links oben) gaben schon jetzt einen Einblick in das Programm und die Werke.

Ein Film über ein Casting – der Schauspieler soll als Friedrich Engels eine Grabrede für Karl Marx halten – wird zu sehen sein.Von Christian Borries wird ein filmisches Essay „I-Phone China“ gezeigt, Barbara Caen führt ein Gewehr auf seine ursprüngliche Aufgabe, das Töten zurück, Peggy Buhs widmet sich den Übergriffen auf Schwule und Lesben in einem Berliner Kiez, eine jemenitische Künstlerin thematisiert das Verschwinden der Natur aus der Lebenswelt des Menschen. Am Eröffnungstag wird „Dancing of my Life“ zu erleben sein, eine Tanzperformance in Anlehnung an den Tänzer und Choreografen Rudolf von Laban. Nach der Performance ist die Ausstellung eröffnet. Interessierte können sich an Artist Talks, öffentlichen Gesprächen und Rundgängen beteiligen. Gezeigt werden auch Filme und Performances.

Eigentlich sollte das Festival in diesem Jahr wieder auf der Peißnitz stattfinden, aber das Junihochwasser hat zu einem anderen Standort geführt, der ehemaligen Lagerhalle des Centrum-Kaufhauses. Diese Halle am Holzplatz steht auf einer Insel, die in Halle die Altstadt mit der Neustadt verbindet und hat so auch symbolischen Wert. Die Ausstellungshalle ist 2000 m² groß und wird auch ein Kino und eine Konzerthalle beinhalten.

Mehr Informationen und das ausführliche Programm gibt es auf der Webseite utopien.werkleitz.de/

 Gisela Tanner

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