Utopien vermeiden – im Oktober feiert Werkleitz 20-jähriges Bestehen

©Werkleitz2013
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Vom 11. bis zum 27. Oktober feiert die Werkleitz-Gesellschaft in diesem Jahr in Halle ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festivalunter dem Titel „Utopien vermeiden“. Der Titel nimmt Bezug auf eine Installation von Martin Conrath, die bei der ersten Medienkunst-Ausstellung 1993 im Dorf Tornitz/Werkleitz in Sachsen-Anhalt gezeigt wurde, aus der das heutige Werkleitz-Festival hervorging und schlägt so eine Brücke von den Anfängen des Vereins in die Gegenwart.

20 Jahre nach dem euphorischen Aufbruch der Nachwendezeit soll gefragt werden, was von diesen Ansätzen übrig geblieben ist. Wie hat das Internet die Kunst und ihre Präsentation verändert? Und was ist aus der Idee einer kreativen Gemeinschaft geworden, welche Rolle spielt das Kollektive in der Gegenwartskunst?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich zum Jubiläum 20 Kuratoren und Theoretiker. Sie wurdene von den künstlerischen Leitern Daniel Herrmann und Marcel Schwierin eingeladen, jeweils eine neue künstlerische Arbeit oder ein Programm zum Festival vorzuschlagen. In der interdisziplinären Tradition von Werkleitz können dies sowohl Installationen sein, die in einem Ausstellungsparcours präsentiert werden – aber auch Filme oder performative Beiträge, die im Rahmen des Festivals zu sehen sind.

Zentraler Schauplatz des Festivals wird die Peißnitzinsel als Kulturpark mit historischen Erholungsstätten wie dem Peißnitzhaus, der ehemaligen Pioniereisenbahn und dem Raumflug-Planetarium sowie der nahe gelegene Volkspark sein. Als Schauplatz gestalteter gesellschaftlicher Utopien bietet dieses Ensemble zahlreiche Anlässe für ortsspezifische Arbeiten.

Für das Filmprogramm, das von fünf der 20 Kuratoren betreut und im halleschen Programmkino Zazie gezeigt wird, konnten u. a. der Arte-Creative-Direktor Alain Bieber und die Berlinale-Kuratorin Stefanie Schulte Strathaus gewonnen werden. Unter den Kuratoren für die anderen Disziplinen finden sich Persönlichkeiten wie der Berliner Galerist René Block und der Medientheoretiker Siegfried Zielinski, der Kurator der Taipei Biennale Anselm Franke und die documenta-Agentin Sarah Rifky sowie die Stuttgarter Kunstvereins-Direktoren Iris Dressler und Hans D. Christ. Die regionalen Institutionen sind durch die Magdeburger Kunstmuseums-Direktorin Annegret Laabs und den halleschen Volkspark-Kurator Paolo Bianchi vertreten, mit Inke Arns und Stephen Kovats kehren zwei der Gründer des „Ostranenie“-Festivals am Bauhaus Dessau nach Sachsen-Anhalt zurück. Zu den bereits ausgewählten Künstlern zählen u. a. Peggy Buth, Bálint Szombathy, Christian von Borries, FM Einheit & David Link und Nasan Tur. Die vollständige Liste wird später bekannt gegeben.

Das Festival „Utopien vermeiden“ wird von einem Symposium, Künstlergesprächen und Publikationen begleitet. Gefördert wird das Festival u. a. von der Kulturstiftung des Bundes, der Mitteldeutschen Medienförderung sowie vom Land und von Lotto Sachsen-Anhalt.

Quelle: Werkleitz
Foto: ©Werkleitz2013