Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Süd: Mehr Überlebende trotz schwerster Verletzungen

© BG Klinikum Bermannstrost Halle / Horst Fechner
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Wie  die Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannstrost Halle informieren, verzeichnet das Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Süd trotz höherer Verletzungsschwere seiner Patienten  im bundesweiten Vergleich eine bessere Überlebensrate. Das geht aus dem Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hervor. „Das Ergebnis bestätigt unsere erfolgreiche einjährige Zusammenarbeit“, erklärt Dr. Peter Hilbert, Anästhesist an den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost und Sprecher des Netzwerkes. Speziell zur Versorgung Schwerverletzter wurde dieses im Dezember 2012 als erstes Traumanetzwerk in Sachsen-Anhalt zertifiziert. „Mit dem jüngsten Beitritt des Städtischen Klinikums Dessau, des Evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift in Wittenberg sowie des Krankenhauses Köthen erweitern wir unseren Aktionsradius auf das östliche Sachsen-Anhalt. Die Anzahl der Mitgliedskliniken steigt damit auf sechzehn“, so Hilbert.

„Im zurückliegenden Jahr (1. Dezember 2012 bis 1. Dezember 2013) haben wir insgesamt über 200 schwer und mehrfach verletzte (polytraumatisierte) Patienten versorgt. Mit 62 Prozent stellten Verkehrsunfälle die häufigste Unfallursache dar, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe mit 26 Prozent. Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Verunglückten waren Männer. Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug 48 Jahre. Im Durchschnitt wiesen diese mit einem Injury Severity Score (ISS) von 20,3 eine höhere Verletzungsschwere auf als der bundesweite Durchschnitt mit 14,9 ISS. „Der ISS ist ein System zur Beurteilung der Gesamtschwere der Verletzungen polytraumatisierter Patienten. Je höher dieser Punktewert ist, desto niedriger sind die prognostizierten Überlebenswahrscheinlichkeiten“, erläutert Notfallmediziner Hilbert.

„Mit der höheren Überlebensrate unserer Patienten mit schwersten Verletzungen reiht sich unser Netzwerk deutschlandweit unter den zehn besten ein.“ Im Traumaregister der DGU sind bundesweit 45 zertifizierte Traumanetzwerke mit 585 zertifizierten Kliniken organisiert (Stand Dezember 2013).

Im Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Süd sind neben Kliniken aus Halle auch Krankenhäuser aus Dessau-Rosslau, den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Salzlandkreis und dem Landkreis Wittenberg eingebunden. Eingeteilt in sieben lokale, fünf regionale und zwei überregionale Traumazentren sowie zwei assoziierte Kliniken haben sich die Häuser zum Ziel gesetzt, jeden schwerstverletzten Patienten nach dem Unfall innerhalb von 30-60 Minuten in einem ihrer Schockräume bestmöglich zu versorgen.

Quelle und Foto: Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannstrost