Tiefer Blick in den Untergrund – „Blaue Grotte“

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Die Ausstellung „Blaue Grotte“ – 3D-Visualisierung in der Geologie“ bringt 3D-Modellierung und Geologie auf außergewöhnliche Weise zueinander. Objekte aus Kristallglas und großformatige Lentikular-Bilder geben einen einmaligen Einblick in den Untergrund am Beispiel der Stadt Halle. Die Ausstellung des Fachgebiets Hydro- und Umweltgeologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wird am kommenden Donnerstag, 11. Juli, 19:00 Uhr, im Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen am Friedemann-Bach-Platz 6 in Halle eröffnet.

3D-Modelle werden zunehmend populär. In den Geowissenschaften ist ein räumliches Vorstellungsvermögen zudem eine wesentliche Voraussetzung für das Verstehen des geologischen Untergrundes. Bereits zwei Mal gehörte Prof. Dr. Peter Wycisk mit seiner Arbeitsgruppe zu den Gewinnern im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. „Wir arbeiten stetig daran, Geologie über 3D-Modellierung erlebbar zu machen. Die Öffentlichkeit soll an unseren Forschungsthemen teilhaben können“, so Wycisk. Geeigt wird das digitale 3D-Geologie-Modell der Stadt Halle, mit dem der Geologie-Professor und sein Team 2007 punkten konnten, aber auch dessen innovatives Pendant aus Glas – geehrt 2012. Die Geologen ließen den Untergrund der Stadt Halle maßstabsgetreu per Laserstrahl in einen Glaskörper gravieren. Das Modell ermöglicht einen faszinierenden Blick in den Untergrund eines insgesamt 135 Quadratkilometer großen Gebietes. „So etwas gibt es meines Wissens in dieser Form kein zweites Mal“, sagt Peter Wycisk.

Ebenso außergewöhnlich sind die neuartigen technischen Lösungen eines großformatigen 3D-Echtfarb-Hologramms und diverser Darstellungen in Lentikular-Technik, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind. Basierend auf den erarbeiteten 3D-Modellen werden im Hologramm die
Informationen mittels Laserstrahl in drei Farben auf eine Fotoplatte übertragen. Das Resultat ermöglicht eine beeindruckende 3D-Sicht des Betrachters. „Man kann förmlich in dem Bild um die Ecke gucken“, so Wycisk. Damit würden die einzelnen Schichten und Stöungsflächen im Gestein erst wirklich begreifbar. Auch die Lentikular-Technik ermögliche Dank des hoch auflösenden Linsenrasters sowohl 3D-Darstellungen als auch die Kombination unterschiedlicher Bilder in einem. Durch diese „springende Bildinformation“ können Luftbilder mit dem konstruierten geologischen Untergrund optisch verknüpft – und die Zusammenhänge vom Betrachter auch leichter verstanden – werden.

Ausstellung „Blaue Grotte“ –
3D-Visualisierung in der Geologie“
Ab Donnerstag,  11. Juli 2013, 19:00 Uhr
Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen
ehem. Institut für Physik, Friedemann-Bach-Platz 6, 06108
Halle (Saale)

Öffnungszeiten vom 12. Juli bis 30. Oktober 2013:
Montag bis Freitag, 10:00 bis 15:00 Uhr
Eintritt:  1 Euro, ermäßigt 50 Cent

Quelle: MLU