Spannender Musikalienfund im Schloss Ostrau – Werk wird nach 320 Jahren wieder aufgeführt

©tannertext
©tannertext
©tannertext

Der Schloss Ostrau e.V. informiert:

Im Juni präsentiert der Schloss Ostrau e.V. eine kleine musikhistorische Sensation: Die erste neuzeitliche Aufführung einer Komposition des Händel-Kollegen Reinhard Keiser (1674–1739), welche dieser vor 320 Jahren für das in Ostrau ansässige Adelsgeschlecht von Veltheim schuf. Die Entdeckung der Verbindung des Musikwerks mit der Familiengeschichte derer von Veltheim ist nach dem Fund der Ostrauer Kirchweihkantaten aus dem Jahr 1704 die zweite, welche Ostrau und die Adelsfamilie im Kontext der vielfältigen und spannden Musikgeschichte Mitteldeutschlands in Erscheinung treten lässt.

Im Konzert werden der etwa 20 minütige Komposition, die durch besondere Instrumentalbesetzung und anrührende musikalische Schöpfungen besticht, weitere auserlesene Werke aus der Zeit und dem Umfeld Keisers an die Seite gestellt. Im Format der moderierten „Concert lecture“ verspricht das Konzert zu einer spannenden Zeitreise in die Musikwelt des Barock zu werden. Dafür sorgen wird die hervorragende Interpretation des auf Barockmusik spezialisierten Ensembles collegio corona (Halle/Leipzig) sowie die kurzweiligen und aufschlussreichen Redebeiträge des Musikwissenschaftlers Dr. Erik Dremel (Halle), dessen Einführungsvorträge das Publikum der halleschen Händel-Festspiele seit einigen Jahren begeistern.

Die Entdeckung zu verdanken ist dem Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska vom Bacharchiv Leipzig, der bei seinen Recherchen u. a. im Landeshauptarchiv Magdeburg, Standort Wernigerode, die betreffende Kantate Keisers mit dem Titel „Ich habe einen guten Kampff gekämpffet“ unzweifelhaft einem konkreten historischen Ereignis zuordnen konnte: Der Trauerfeier für Josias I. von Veltheim (1619–1696), welcher am 21. Juni 1696 in Harbke (heute Landkreis Börde) verstarb. Veltheim bekleidete das Amt des Herzoglich Braunschweigischen Erbküchmeisters und engagierte sich Zeit Lebens für seine Besitzungen in Ostrau und Harbke sowie als Patronatsherr für die dortigen Kirchengemeinden. Sein Sarg wurde kurz nach der Trauerfeier in der Harbker Schlosskirche, bei der Keisers Musik erklang, nach Ostrau überführt und hier im Erbbegräbnisgewölbe der Familie in der Evang. Kirche beigesetzt.

Reinhard Keiser (1674–1739) hatte bereits zu Lebzeiten als Komponist ein vergleichsweise großes Renommee erlangt. Geboren in Teuchern (heute Burgenlandkreis) erhielt er seine musikalische Ausbildung an der Leipziger Thomasschule. 1693 wurde Keiser zum Herzoglich Braunschweigischer Cammer-Componisten ernannt. Später wirkte er als Königlich-Dänischer Kapellmeister in Koppenhagen und leitete das berühmte Opernhaus am Gänsemarkt in Hamburg, wo kurzzeitig kein Geringerer als Georg Friedrich Händel in seinem Orchester musizierte.

Eintritt:                        12,- € / ermäßigt 10,- € | Mitglieder des Schloss Ostrau e.V.: 10,- € / ermäßigt 8,- €
Info & Karten:             Tel. (034600) 25 642, E-Mail: schloss@ostrau.de

Quelle: Schloss Ostrau e.V.

Mehr lesen …