Seidenbau in den Franckeschen Stiftungen

Den 300. Geburtstags Friedrich II., König in Preußen, haben die Franckeschen Stiftungen zum Anlass genommen, vom 26. Oktober 2012 bis 7. April 2013 eine Kabinettausstellung in der Historische Bibliothek zu arrangieren. Eröffnung ist am Donnerstag, 25. Oktober, 18.00 Uhr mit dem Vortag „Seide in den Preußischen Schlössern. Entstehung und Blütezeit der Seidenmanufakturen in Berlin und Potsdam im 18. Jahrhundert“ im Englischer Saal, Haus 26. Eine Führung durch die Kabinettausstellung schließt sich an. Der Eintritt ist frei.

Der Vortrag von Dr. Susanne Evers, Kustodin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, zum Thema Seidengewerbe in Berlin unter Friedrich II am Donnerstag, dem 25. Oktober 2012, wird um 18.00 Uhr im Englischen Saal die Kabinettausstellung „. Seidenbau in den Franckeschen Stiftungen“ zu hören sein. Die Kabinettausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte des Seidenbaus in den Franckeschen Stiftungen von den Anfängen bis zu seinem Niedergang und geht auch auf den Prozess der Seidengewinnung ein. Modelle, Präparate, Zeichnungen, Handschriften und Bücher laden den Besucher auf eine ganz besondere Zeitreise ein. Bis 7. April 2013 wird die Ausstellung in der Historischen Bibliothek gezeigt.

Zum Hintergrund: Anfang des 18. Jahrhunderts kam mit den Hugenotten die aus China stammende Kunst des Seidenbaus nach Preußen. Im Sinne einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik hoffte man sich von teuren Importen unabhängig zu machen, so dass unter der Regentschaft Friedrichs II. eine systematische Förderung betrieben wurde. Mit königlichem Befehl vom 17. Februar 1744 wurde auch am Halleschen Waisenhaus die Seidenraupenzucht mit der Pflanzung einer Maulbeerbaum-Plantage aufgenommen. Aus dem Grundstock von 330 geschenkten Pflanzen erwuchs in den folgenden zwei Jahren eine Baumschule mit über 4.600 größeren und 15.000 jungen Maulbeerbäumen. Ab 1747 wurde in den Franckeschen Stiftungen schließlich Rohseide produziert. Nach anfänglichen Erfolgen führten jedoch Krankheitsschäden und widrige klimatische Bedingungen zu einem Einbruch der Erträge, so dass im Jahr 1805 der Seidenbau gänzlich eingestellt wurde.

Quelle und Bereitstellung Foto: Franckesche Stiftungen
Bildnachweis: AFSt/A 31/03/21, Auf- und Seitenansicht einer Seidenwinde. Kolorierte Zeichnung, ca. 1755