Schließungspläne MLU -Wirtschaftsbeirat des OB schreibt Offenem Brief an Landesregierung

stadthauskleinWortlaut des Offenen Briefes des Wirtschaftsbeirates des Oberbürgermeisters der Stadt Halle an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Reiner Haseloff, an den Staatsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Rainer Robra, an den Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Hartmut Möllring:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Wirtschaftsbeirat des Oberbürgermeisters der Stadt Halle (Saale) wenden wir uns an Sie mit dem Anliegen, die Studiengänge Informatik und Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, insbesondere in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Halle (Saale) und die Region, zu erhalten und zu fördern.

Beide Studiengänge sichern Know-how und Fachkräfte für die Wachstumsbranchen Medien- und Kreativwirtschaft sowie für die IT-Branche. Dazu kommt, dass mit Themen wie Big Data, Industrie 4.0 sowie die Zunahme von Mobilität in allen Branchen Informatik-Kenntnisse immer wichtiger werden.

In der IT-Wirtschaft sind in der Region Mitteldeutschland zurzeit ca. 43000 Mitarbeiter beschäftigt. In Halle verzeichnete die IT-Branche von 2005 bis 2010 einen Anstieg der Beschäftigten von 34 Prozent1 Informationstechnologie in Deutschland im Jahr 2014 mit einem Umsatzwachstum von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt sind lt. Medienstudie Halle/Saalekreis ca. 4500 Mitarbeiter allein in der Medien- und Kreativwirtschaft sozialversicherungspflichtig angestellt, zzgl. der Angestellten im öffentlich- rechtlichen Rundfunk und freier Mitarbeiter3 Branche wurden 2010 243 Mio. Euro umgesetzt, ihre Gesamtwachstumsrate beträgt 5,8 Prozent4.

An dieser Entwicklung können die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland sowie das Land Sachsen-Anhalt nur partizipieren, wenn entsprechende Fachkräfte und Absolventen der relevanten Studiengänge verfügbar sind. Gleichzeitig wird durch Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in diesen Zukunftsbranchen die Attraktivität der Region für junge gut ausgebildete Fachkräfte und Studierende nachhaltig und langfristig erhöht.

Deshalb bitten wir Sie, in der kommenden Haushaltsklausur das o.g. Anliegen zu berücksichtigen und zu prüfen, ob freigewordene Mittel zur Förderung der Studiengänge Informatik und Medien- und Kommunikationswissenschaften verwendet werden können. Der Erhalt dieser Institutionen wird maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Halle, der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Landes Sachsen-Anhalt beitragen.

Dieses Anliegen wird zudem vom Verband IT- und Multimediaindustrie (VITM), dem Cluster IT Mitteldeutschland und dem Arbeitgeberverband des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt.

1 Quelle: Cluster IT Mitteldeutschland.
2 Quelle: Bitkom Studie, März 2014.
3 Faktor 1.5 gemäß Studie Kultur- und Kreativwirtschaft Magdeburg 2012.
4 Quelle: Medienstudie Halle/Saalekreis 2012.

 Hochachtungsvoll

 Volker Ciesiolka, Geschäftsführer PS Union Holding GmbH
Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle GmbH
Klaus Papenburg, Geschäftsführer der GP Günter Papenburg AG
Jens Rauschenbach, Wirtschaftsbeauftragter des Oberbürgermeisters und Finanzberater der
Stadt Halle (Saale)
Dr. Michael Schädlich, Geschäftsführer des Institutes für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH Halle und Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates
Roger Schenkel, Vorsitzender des Vorstandes der Saalesparkasse Halle
Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer Institutes für Werkstoffmechanik IWM
Barbara Wittmann, General Manager Dell Deutschland

Quelle: Büro des Oberbürgermeisters