Schätze aus den Sammlungen des Kunstmuseums Moritzburg und des Landesmuseums für Vorgeschichte

moritzburg1Die neue Kabinettausstellung im historischen Gerichtszimmer vereint die Zeugen von Halles Blütezeit im Hochmittelalter. Nur wenige Kostbarkeiten haben sich bis heute erhalten. Mag auch ihre Anzahl gering sein, ihr kunst- und kulturhistorischer Wer ist unermesslich.
Die Präsentation vereint die Höhepunkte romanischer Kunst aus Halle: Die ungewöhnliche Ottoschale zeigt mit ihren prächtigen Schmuckbrakteaten den Anspruch zwischen Herrschaft und Glaube. Der Türklopfer in Löwengestalt aus einer qualitätvollen Magdeburger Bronzegusswerkstatt war wohl einst am Portal der Kirche auf dem Markt angebracht. Die hallesche Laurentiustafel wurde bei Bauarbeiten 1978 am Kühlen Brunnen entdeckt und zierte einst einen Tragaltar oder ein Reliquiar. Sie zeigt eindrucksvoll die Geschichte des Heiligen und belegt zudem den gelebten Glauben im 12. Jahrhundert. Erstmals seit Jahren sind diese Kostbarkeiten dank der Leihgabe der Laurentiustafel durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im Kunstmuseum Moritzburg vereint. Weitere Preziosen ergänzen diese zwar kleine, aber außergewöhnliche Präsentation.
All diese Objekte belegen die hohe Kunstfertigkeit der romanischen Kunsthandwerker und Halles Stellung als bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und religiösen Standort.
Zum Auftakt der Präsentation gibt es am Donnerstag, dem 15.Januar 2015, 18 Uhr, einen Vortrag im Talamt: Philipp Jahn, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, spricht zum Thema „Die Hallesche Laurentiustafel. Ein Hauptwerk der Romanik in Halle“.

Quelle: Kunstmuseum Moritzburg