Saalehochwasser und die Folgen – Hallescher Kanu-Club bedankt sich bei Helfern

Quelle: Hallescher Kanu-Club 54 e.V
Quelle: Hallescher Kanu-Club 54 e.V
Quelle: Hallescher Kanu-Club 54 e.V

Es ist noch gar nicht lange her, da hielt das Saalehochwasser nicht nur die Hallenser in Atem. Doch was geschah danach? Heute geben wir gern den Dank des Halleschen Kanu-Clubs 54 e.V. und seine Schilderung der Ereignisse nach der Flut weiter. Der Sport-Club, der auf eine fast 60jährige Geschichte zurückblicken kann,  musste nach dem Hochwasser fast aufgeben:

Endlich bewegt sich etwas am Osendorfer See – die Pumpen laufen. Ein ereignisreicher und historischer Sommer 2013 geht zu Ende.
 
Hiermit möchte sich der Hallesche Kanu-Club 54 e.V. bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, die beim Hochwassereinsatz beteiligt waren, die Rennsport-Saison vorbereiten und durchführen halfen, bei den vielen Spendern und bei den treuen Sponsoren und vor allem bei den geduldigen und engagierten Mitgliedern recht herzlich bedanken.
Ohne Ihre und Eure wahnsinnig tolle Hilfe wäre der in die Jahre gekommene – im nächsten Jahr wird er 60 Jahre alt – Traditions-Kanu-Rennsport-

Verein im halleschen Süden beinahe von den Fluten der Elster verschlungen worden.
 
Hochwasser-Chronologie 2013
 
Die Straße am Tagebau wurde am Morgen des Samstages, dem 31. Mai dieses Jahres, überflutet. Das Hochwasser der Elster konnte von der Saale nicht mehr aufgenommen werden, es drückte in die Reide. Am Mittag wurde die Straße gesperrt. Schnell sammelt sich das Wasser vor dem Schutzdamm, der im Herbst 2012 als Folge des Hochwassers von 2010 erbaut wurde, und steigt.
Nach der Abreise der Sportler von Lets Get Wet am Sonntagnachmittag wird der Schutzdamm überflutet, braunes Wasser gelangt über den Schüttdamm in den See. Anrufe beim Hochwasserkrisenstab lösen keine Reaktion seitens der Verantwortlichen aus. Am Montag, gegen 17.30 Uhr, bricht der Schutzdamm, das Wasser fließt nunmehr unaufhaltsam in den See. Der steigt innerhalb kürzester Zeit und bedroht die Uferanlage, schließlich auch die in Ufernähe gelegenen Gebäude des Halleschen Kanu-Club. Am Dienstag versuchen etwa 50 Sportler des Vereins, Boote und in den Gebäuden gelagerte Materialien in Sicherheit zu bringen. Erst am Freitag, also eine knappe Woche nach Beginn der Überflutung, finden sich Mitglieder des Krisenstabes am See ein und veranlassen die Schließung des Straßendammes der Straße Am Tagebau. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Seespiegel um über 5 Meter erhöht, die Gebäude in Ufernähe stehen unter Wasser bzw. sind nur noch an ihren Dächern zu erkennen. Auch die für die Regulierung der Seehöhe installierten Pumpen stehen unter Wasser, sind vorerst unbrauchbar. Immerhin: Die Flut ist gebannt, der See steigt jedoch weiter.
Nunmehr beginnen nervenaufreibende Wochen und Monate. Wann entschließt sich die Stadt als Vermieter des Grundstücks, den See von dem überschüssigen Wasser zu befreien? Noch sind die Seeufer nicht durchweicht, noch können die Abhänge durch schnelles Abpumpen ihre Standsicherheit halten. Leider wird diese Möglichkeit nicht genutzt. Stattdessen werden Vorstandsmitglieder zu unzähligen Sitzungen gebeten, die letzten Endes nahezu ergebnislos bleiben. Vorschläge zur zeitweiligen Etablierung des Vereins werden unterbreitet. Sie erweisen sich allesamt als undurchführbar. Eigeninitiativen seitens des Vorstandes erbringen schließlich eine Zwischenlösung: Die am Hufeisensee ansässigen Wassersportvereine bieten eine Notaufnahme – dafür sei ihnen hier noch einmal ganz herzlich gedankt. Endlich kann wieder, wenn auch unter erschwerten Bedingungen trainiert und das Regattajahr halbwegs ordentlich absolviert werden.
Nach über vier Monaten Wartezeit arbeitet eine mobile Pumpe, die im See installiert wurde. Was aber wird aus dem gebrochenen Damm? Wann wird dieser durch eine stabile Variante ersetzt? Der hallesche OB, der am Gimritzer Damm für Aufmerksamkeit ob seiner schnellen Entschlusskraft sorgte, könnte hier, am Osendorfer See, Zeichen setzen, ohne die Einschaltung der Staatsanwaltschaft fürchten zu müssen. Das nächste Hochwasser wird nicht lange auf sich warten lassen.
Die Fragen, die Zukunft des Halleschen Kanu-Club betreffend, bleiben. Aber, wir wissen es, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Hallescher Kanu-Clubs 54 e.V.