Runder Tisch Stadtbad arbeitet weiter

stadtbadigAm 18.7.2013 tagte der Runde Tisch „Mein Stadtbad“. Nach Antragstellung der IG-Schriftführerin, Kathleen Hirschnitz, gab die Interessengemenschaft eine Erklärung ab:
1.
Wir bekennen uns öffentlich zum Weiterbetrieb und zur Instandhaltung des Bades, wie es im 6-Punkte-Plan der SWH und der Bäder GmbH vom 13.11.2012 bereits aufgenommen wurde und die dazu notwenigen Schritte einzuleiten.
2.
Das vom Runden Tisch vorgeschlagene Konzept einer Drei-Phasen-Sanierung, mit dem Ziel der Komplettsanierung und -Modernisierung des Bades, als Handlungsgrundlage wird anerkannt, beginnend mit der Fortsetzung der Sanierung der ehemaligen Frauenhalle in Verbindung mit der Sanierung der äußeren Hülle des Turmes und der Fassaden, im nächsten Schritt den Saunabereich und ehemalige Wannenbäder und als Letztes die ehemalige Männerhalle mit Anbindung zur Jugendherberge.
3.
Es wird eine Machbarkeitsstudie bis zum 24.09.2013 in Auftrag geben, um dann mit akkuraten und differenzierten Zahlen eine wirtschaftlich tragfähige Betreibung zu analysieren.
4.
Es wird keine Entscheidung gefällt, solange diese Studie nicht vorliegt und solange nicht jede Möglichkeit der Bereitstellung städtischer Gelder (durch Verschiebungen, Vorschüsse, etc.) geprüft wurde, wie es auch schon im Sportausschuss gefordert wurde.
5.
Wir erwarten unverzüglich mit der Sanierung der Kuppel der Frauenhalle zu beginnen.
6.
Wir gehen davon aus, dass die Stadt Halle und der Stadtrat städtische Gelder bereitstellt und die Förderanträge stellt bzw. diese einfordert.
Der Runde Tisch mit Vertretern der Bäder Halle GmbH, der Stadtwerke Halle, der Stadt, des SSB, der Schwimm- und Wassersportvereine, der IG Zukunft Stadtbad, der Firma Bauconzept, Denkmalpflegern, Lokalpolitikern und Sportlern wird zukünftig weiter arbeiten. Ein zusätzlicher Runder Tisch wurde für den 22.8.2013 (18.00) eingefügt.
Die IG begründet ihre Stellungnahme u.a. damit, dass ein saniertes Stadtbad das Alleinstellungsmerkmal der Stadt Halle sein wird. Vergleichbare Bäder unter vergleichbaren Bedingungen arbeiten wirtschaftlich tragfähig. Auch wurde das Stadtbad in die Liste der europäisch schützenswerten Jugendstilarchitektur aufgenommen.
„Wir brauchen die Augen nicht davor zu verschließen und wir belügen uns, wenn wir nicht erkennen, dass wir es hier mit einem Architekturdenkmal erster Güte zu tun haben. Seine kulturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Das Stadtbad in Halle ist ein Zeugnis einer städtischen sowie zivilisatorischen Entwicklung auf dem Weg in eine moderne und gesundheitsbewusste Gesellschaft vor dem Hintergrund der allgemeinen, alle Lebensbereiche umfassenden Reformbewegung des frühen 20. Jahrhunderts (Schule, Hygiene, Architektur, …).
Die Sanierung und das erarbeitete Nutzungskonzept werden auf die Region anziehend wirken, wie es auch andere Jugenstilbader, so in Darmstadt geschafft haben (www.jugendstilbad.de)

Zitat aus einer Zuschrift innerhalb der Petition an die Hallesche IG:
Als Denkmalpfleger der Stadt Darmstadt habe ich die Modernisierung und Sanierung des Jugendstilbades Darmstadt mit initiiert und betreut. Es hat sich schon im ersten Jahr der Fertigstellung 2008 gezeigt, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben. Das Bad ist schnell auf
Platz 3 (von 50) der beliebtesten Hessischen Bauten vorgerückt. Es schreibt sogar schwarze Zahlen, dank der großen Besucherzahl (rd. 200.000/Jahr). Die geschmackvolle historische Jugendstil-Inneneinrichtung zusammen mit moderner Badekultur hat zu dem Erfolg geführt. Darmstadt hat mit dem Jugendstilbad ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Genau diese Chance hat auch Halle, indem es sein Jugenstilbad saniert und damit der Bevölkerung ein identitätsstiftendes Gebäude erhält.
Eine weitere wichtige Erkenntnis des Abends war, dass die Nutzerzahlen vor der Schließung der Frauenhalle im gesamten Stadtbad mit ca. 230 Besuchern pro Tag den Zahlen von sanierten historischen und modernen Bädern mit Sauna- und Schwimmlandschaft mit ca. 270-300 pro Tag unwesentlich niedriger liegen.
Bei vollem Jahresbetrieb sind das ungefähr genauso viele Besucher, wie es für das Jahr 2012 in der Saline und 11.000 Besucher mehr als es für 2012 für Halle-Neustadt geschätzt wurde.
Welches Potential im Stadtbad als multifunktionales Schwimm- und Gesundheitszentrum (vgl. Nutzungskonzept auf www.zukunftstadtbadhalle.de) liegt, kann an den Zahlen von Darmstadt nur geahnt werden, meint die Hallesche IG. Gerade vor den Entwicklungen im Bereich des Steintors, des neuen Geisteswissenschaftlichen Zentrums und der neuen Jugendherberge könne  dieses neue Stadtbad sogar finanzieller Unterstützer defizitärer Bäder innerhalb der Stadt werden.

Quelle: Kathleen Hirschnitz, Schriftführerin der Interessengemeinschaft Zukunft Stadtbad