Robins Glück im Unglück – über die (lösbaren) Probleme von Scheidungskindern

Max Radestock - © Theater, Oper- und Orchester GmbH, Foto: Anna Kolata

[Foto: Anna Kolata] Seit dem 9. November 2017 steht im Schaufenster des neuen theaters Halle ein Stück auf dem Spielplan, das Kinder berührt und auch Erwachsene nicht kalt lässt, „Robins Glück im Unglück“. Die finnische Autorin Tove Appelgren, bekannt durch ihre Kinderbücher,  hat sich die Geschichte um Robin ausgedacht. Der wächst fast rundum zufrieden im Schoße seiner Familie auf, Vater, Mutter und eine Schwester. Plötzlich wird er mit der Scheidung seiner Eltern konfrontiert, und er steht bekanntermaßen damit nicht alleine da,  im Jahr 2015 z.B. wurden laut statistischem Landesamt 40,82 % aller Ehen geschieden und oft sind  Kinder dabei die Betroffenen.

Am halleschen Theater  wird das Stück nun in deutscher Erstaufführung unter der Regie von  Remo Philipp gezeigt. Für Bühne und Kostüme zeichnet Markus Neeser verantwortlich und  Katharina Brankatschk ist die Dramaturgin. Max Radestock ist auf der Bühne gleich in mehreren Rollen zu erleben, er verkörpert nicht nur den Robin mit seinen Sorgen und Nöten, sondern schlüpft gleich in mehrere Rollen, z.B. in die vom Vater, von der Mutter und der Schwester, und das macht er sehr überzeugend. So holt er sich das junge Publikum schnell auf seine Seite.

Eigentlich verlief sein Leben glücklich und ohne große Enttäuschungen, nur einmal, mit fünf Jahren, als sein Hamster starb, war er richtig unglücklich. Doch Robin glaubte, er könne weitere unglückliche Ereignisse mit bestimmten Ritualen – z.B. beim Überqueren der Ampelkreuzung  – verhindern. Wenn auch seine Freunde etwas verwundert auf sei Verhalten reagierten, behielt er es auch noch als Heranwachsender aufrecht. Umso härter traf es ihn, dass seine Eltern sich scheiden lassen wollten. Hat er seine Rituale nicht achtsam genug ausgeführt oder war etwa die Schwester schuld? Er fühlte sich auf jeden Fall für die Trennung verantwortlich und wurde sehr introvertiert und nachdenklich. Zum Vater, der inzwischen ausgezogen war, wollte er überhaupt keinen Kontakt mehr haben, auch wenn die Mutter sich um ein friedliches Nebeneinander bemühte. Es brauchte seine Zeit, bis Robin mit der neuen Situation zurechtkam und wieder die Nähe seines Vaters suchte.

Sehr einfühlsam, aber auch mit einer Prise Humor, erzählt Autorin Tove Appelgren die Geschichte um den jungen Robin mit all seinen Problemen. Schauspieler Max Radestock findet im intimen Rahmen des „Schaufensters“ schnell den Draht zu seinem jungen Publikum und beindruckt mit seinem wandlungsfähigen Spiel. Ein Stück, das sich nicht nur Kinder und Eltern anschauen sollten, die gerade eine Trennung hinter sich haben.

 

Gisela Tanner

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