Wiedergewählt – Professor Michael Gekle bleibt Dekan der halleschen Universitäts-mediziner

MLU Gekle
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Es gibt Neuigkeiten aus dem Hochschulleben in Halle, Professor Dr. Michael Gekle bleibt Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Einstimmig wurde der Direktor des Julius-Bernstein-Instituts für Physiologie von den Mitgliedern des Fakultätsrates der Medizinischen Fakultät in seiner konstituierenden Sitzung gewählt. Die zweite Amtszeit Gekles beginnt am 01. September 2014 und endet am 31. August 2018. Professor Gekle ist bereits seit 2010 Dekan und führte die Fakultät in den vergangenen vier Jahren durch eine schwierige Zeit, in der zahlreiche Veränderungen in den Bereichen Forschung, Lehre und Krankenversorgung angestoßen worden sind. So entstand das Entwicklungskonzept 2025, welches dazu beitragen soll, die Profilbildung der halleschen Universitätsmedizin voranzutreiben.

Interview mit Prof. Dr. Michael Gekle nach seiner Wahl:

Wie bilanzieren Sie die Arbeit des bisherigen Fakultätsvorstandes in den vergangenen vier Jahren?
Es war eine spannende und lehrreiche Zeit, in der wir manchmal am Abgrund standen, es die Universitätsmedizin jedoch geschafft hat, Gefahren von Außen abzuwehren und gleichzeitig im Inneren ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten und teilweise umzusetzen, so dass der Standort mit mehr Respekt aus diesen Turbulenzen hervorging.

Welche Fortschritte gab es im Bereich Forschung?
Wir haben uns auf zwei belastbare Forschungsprofilbereiche festgelegt, die wir konsequent weiterentwickeln. Wir können auf einige Erfolge im Bereich der Forschung verweisen: die positive Evaluierung des DFG-Graduiertenkollegs 1591, der Beginn der Nationalen Kohorte mit Halle als ein Studienzentrum, der Start des Regionalen Herzinfarktregisters RHESA, die Einrichtung des Profilzentrums Gesundheitswissenschaften. Gemeinsam mit den Kollegen aus den Naturwissenschaften haben wir das Proteinforschungszentrum auf den Weg gebracht.

Welche Entwicklungen sind in den Bereichen Lehre und Nachwuchsförderung festzustellen?
Auch im Bereich der Lehre haben wir Erfolge verbuchen können. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass sich die Ergebnisse unserer Studierenden im Staatsexamen stark verbessert haben. Die Basis dafür sind durch die Curriculumsreform und die Einrichtung des Dorothea Erxleben Lernzentrums Halle gelegt worden. Derzeit entwickeln wir den primärqualifizierenden Studiengang Pflege, der nun in die Umsetzungsphase geht und viele Vorarbeiten bedurfte. Mit einem Promotionskolleg, Doktorandenkongressen und internen Förderstrukturen im Rahmen des Roux-Programms stärken wir unseren wissenschaftlichen Nachwuchs.

Welche Schwerpunkte/Aufgaben sehen Sie für die nächsten vier Jahre als vordringlich an?
Die Profilbildung durch sichtbare Erfolge in Forschung und Lehre, die dafür sorgt, dass der Standort die Anerkennung und den Respekt bekommt, um zukünftige Fragen zu seiner Existenz erst gar nicht mehr aufkommen zu lassen. Dabei spielt die konsequente und adäquate Umsetzung des Entwicklungskonzeptes 2025 in Forschung, Lehre und Krankenversorgung die entscheidende Rolle. Dies bedeutet u. a. Stärkung und Ausbau der beiden Schwerpunktbereiche durch Forschungsverbünde und Strukturanpassungen, Weiterführung der Curriculumsreformen im Medizinstudium, Weiterentwicklung der Akademisierung im Pflegebereich, Absicherung des Zahnmedizinstudiums durch Verlagerung der Zahnklinik an den Campus Magdeburger Straße, die Anpassung der zentralen Lehr- und Forschungsplattformen an sich wandelnde Anforderungen und Verbesserung der wirtschaftliche Situation des Klinikums, auch durch lokale Kooperationen. All dies muss flankiert werden durch entsprechende Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit.

Gibt es am Ende dieser Wahlperiode einen Sonderforschungsbereich?
Durch die Verlängerung des DFG-Graduiertenkollegs ist eine gute Grundlage vorhanden, die von einer „Task Force“ als Ausgangspunkt für die konsequente Vorbereitung eines SFB-Antrages in den nächste drei bis vier Jahren genutzt wird, so dass meine Antwort als Nicht-Prophet lautet: Mit großer Wahrscheinlichkeit. Ja.

Welche weiteren Meilensteine stehen in den kommenden Jahren auf dem Programm?
Der Bau der Zahnklinik und des Proteinforschungszentrums sind zwei infrastrukturelle Meilensteine, die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Unimedizin Halle unterstreichen.

Das Universitätsklinikum steht durch finanzielle Defizite im öffentlichen Fokus. Welche Aufgaben sehen Sie für sich als Dekan?
Der Dekan hat als stimmberechtigtes Mitglied im Klinikumsvorstand und Vertreter des Ärztlichen Direktors die Aufgabe, an der wirtschaftlichen Absicherung gemeinsam mit den Kollegen/Innen konsequent zu arbeiten, so dass das Klinikum auch weiterhin der Fakultät in Forschung und Lehre dienen kann.

Wie soll die Öffentlichkeit die hallesche Universitätsmedizin 2018 wahrnehmen?
Als Standort, der es Wert ist, weil er Qualität hat und Neues wagt.

Quelle und Foto: MLU Halle-Wittenberg