Piratenlieder – Land unter im neuen theater Halle

v.l.n.r.: Jürgen Kober, Holger Gottwald, Alexander Suckel, Danne Suckel, Nicoline Schubert, Sybille Kreß, Till Schmidt, Andreas Range, Harald Höbinger, Karl-Fred Müller, Nils Thorben Bartling ©Theater, Oper und Orchester GmbH, Foto: Anna Kolata

[Foto: Anna Kolata] Es gibt Traditionen, die sollte man unbedingt beibehalten, so auch die Aufführungen im Hof des neuen theaters Halle zum Ende der Spielzeit. In diesem Jahr bringt uns Alexander Suckel – u.a. musikalischer Leiter des Schauspiels – auf hohe See: Piraten! Ein Liederabend. Während sich die Seeräuber zur Premiere   dank einer stabilen Wetterlage noch auf dem Hof des Theaters im Bühnenbild von Nicolaus-Johannes Heyse tummeln konnten, war bei der 2. Vorstellung mit „Land unter“ zu rechnen, und so war dieser Abend wie eine zweite Premiere  im Saal des  Theaters zu erleben. Fleißige Helfer hatten diesen schnellen Ortswechsel ermöglicht.

Piraten bevölkern die Meere auch heute noch. Im neuen theater war der Treffpunkt der raubeinigen Gesellen allerdings nicht die See, sondern eine Amtsstube, der Raum einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Bettina Schneider als Fräulein vom Amt aus dem Off. Das ist natürlich für diese „Berufsgilde“ besonders schmerzlich, ist sie doch dem Meer mit seiner Weite, Freiheit und Gesetzlosigkeit und in Hoffnung auf großen Reichtum verbunden. So flammte die Sehnsucht besonders heftig auf. In schillernden Kostümen (Cordula Erlenkötter) nahmen   Schauspieler des nt und des Thalia-Theaters  das Publikum mit auf die Ozeane dieser Welt. Mit dabei waren Sybille Kreß,  Nicoline Schubert,  Danne Suckel,  Nils Thorben Bartling,  Harald Höbinger,  Karl-Fred Müller,  Andreas Range und  Till Schmidt.  Karl-Fred Müller und Nicoline Schubert beteiligten sich auch an der instrumentalen Begleitung, Bass und Violine.

Sie sangen von  Winden und Wellen, Wolken, Wogen und „Meer“. Begleitet wurden sie von Musikern der Band PRELIMINARY INJUNCTION,  Alexander Suckel, Holger GottwaldJürgen Kober und  Ralf Schneider, Schlagzeuger bei der Staatskapelle Halle. Doch keine Angst, es war nicht einer dieser zahllosen Shanty-Abende. Dichter und Sänger aller Sparten fühlen und fühlten sich zum Meer hingezogen. So erklangen die „Ballade von den Seeräubern“ von Bertold Brecht, „An Land“ von Element of Crime,
„Wie ein Seemann geh’n“ von Klaus Hoffmann, „Sail away sweet sister“ von Queen und auch ein Song von Spliff. Wer hätte gedacht,  Harald Höbinger einmal mit dem Song „Land unter“ von Herbert Grönemeyer zu hören oder Nils Thorben Bartling mit „Amsterdam“ von Jaques Brel? Auch die Damen des nt-Ensembles konnten mit ihren gesanglichen Talenten überzeugen. Eine äußerst musikalische Truppe hat Matthias Brenner in seinen Ensemble versammelt und dank Regisseur und Musiker Alexander Suckel nahm das Theaterschiff schnell an Fahrt auf. So kann sich an diesem Liederabend der eine auf seinen Urlaub am Meer freuen und der andere einfach nur vom Meer träumen.

Gisela Tanner

 

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