Oper Halle und „Burg“ schließen Kooperationsvertrag – Zusammenarbeit bei Verdis Requiem in der Raumbühne

Raumbühne Babylon vom Zuschauerraum aus gesehen - mit Bestuhlung für Pressekonferenz

Selbst Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand ließ es sich nicht nehmen, an der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen zwei der bekanntesten halleschen Kultureinrichtungen teilzunehmen. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, betonte er. Gleichzeitig machte er auf die Auszeichnung der Raumbühne Heterotopia von Sebastian Hannak und die Wertschätzung der Oper in der überregionalen Presse aufmerksam. Er freue sich, dass die Oper mit ihren außergewöhnlichen Inszenierungen im Gespräch bleibe.

Prof. Dieter Hofmann,  Rektor der Burg, wies darauf hin, dass die Kunsthochschule schon auf langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Theatern zurückblicken kann. In der neuen Kooperation haben die Studenten nun die Möglichkeit, schon während der Ausbildung  praxisnah zu arbeiten. Gleichzeitig zeigte er sich angetan von dem kunstorientierten Publikum in Halle, das mit großem Interesse die Arbeit der Hochschule verfolgt.

Opernchef Florian Lutz schließlich, der im Laufe seiner Intendanz an der halleschen Oper bewiesen hat, dass er bei seinen Arbeiten gern neue Wege geht, nutzt die neue Kooperation mit der Kunsthochschule gleich für seine  erste Inszenierung der neuen Spielzeit, Verdis Messa da Requiem. Soviel ist schon bekannt, die Zuschauer können wieder Überraschendes erleben, so werden mit Hilfe von 3D-Brillen fiktive Räume geschaffen, und hier kommt die „Burg“ ins Spiel.   Drei Studenten des Studienganges Multimedia/VR-Design gestalten diese 3D-Anwendungen für Virtual-Reality-Brillen für die neue Raumbühne, die diesmal „Babylon“ heißt. Angeleitet werden sie von Prof. Anette Scholz und Professor Jonas Hansen. Das Bühnenbild stellt eine zerstörte Stadt dar, mit Hilfe der Virtual-Reality-Brillen kann jeweils 1 Zuschauer diese in alter Schönheit erleben – und die anderen Zuschauer parrallel dazu auf bereitgestellten Leinwänden.

Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages ließen sich die anwesenden Journalisten nicht lange bitten, die Raumbühne zu erkunden. Das Orchester spielt im Zentrum des umgestalteten Theatersaals, verschiedene Sitzbereiche in unterschiedlichen Höhen ermöglichen immer wieder andere Perspektiven. Obwohl ein Teil der vorherigen Raumbühneninstallation wieder verwendet wurde, wirkt es doch diesmal völlig anders. So richtig zum Leben erweckt wird die Bühne natürlich erst mit den Sängern und dem Orchester. Auf jeden Fall sind die Zuschauer in der Raumbühne wieder mittendrin. Wer das alles lieber „von außen“ betrachten möchte, kann auch Karten für den ersten oder zweiten Rang kaufen, dort sind die Plätze nummeriert.

Das alles hört sich auf jeden Fall spannend an, man wird sehen, wie das Publikum die neue Raumbühne, in der gleich mehre Premieren stattfinden (neues theater und Ballett), annimmt.

Gisela Tanner