Nobelpreisträger Stefan W. Hell hält traditionelle Weihnachts-Vorlesung

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Der Physiker Prof. Dr. Stefan W. Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Mitglied der Leopoldina, hat mit der sogenannten STED-Mikroskopie (STED = Stimulated Emission Depletion) einen Weg gefunden, die 130 Jahre alte Abbesche Grenze im Fluoreszenzmikroskop zu überwinden. Das Neue an diesem Verfahren ist, dass die Schärfe nicht mehr durch die Lichtwellenlänge begrenzt ist. 2014 wurde Hell dafür mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. In der diesjährigen traditionellen Leopoldina-Weihnachtsvorlesung wird der Wissenschaftler berichten, wie ihm dieser Durchbruch in der Lichtmikroskopie gelang, und welche Möglichkeiten für die Forschung sich durch die neue Methode ergeben.

Leopoldina-Weihnachtsvorlesung von Stefan W. Hell:
„Grenzenlos scharf: Lichtmikroskopie im 21. Jahrhundert“
Mittwoch, 2. Dezember 2015, 18.00 Uhr
Leopoldina, Festsaal
Jägerberg 1, 06108 Halle

Mithilfe der STED-Mikroskopie können heute Proteinverteilungen bis zu zehnmal schärfer als bisher dargestellt werden. Die erzielten Auflösungen des Verfahrens liegen um ein Zehnfaches über Abbes Grenze, bei 20 Nanometern. Da Proteinkomplexe im Bereich 10 bis 200 Nanometer liegen, hat das STED-Mikroskop das Potenzial, in die molekulare Skala des Lebens vorzudringen und Krankheiten besser auf die Spur zu kommen. Erste wichtige Erkenntnisse wurden bereits gemacht: So konnten mit Hilfe der STED-Mikroskopie zum Beispiel wichtige Fragen der Neurobiologie angegangen werden.

Um Anmeldung zur Teilnahme an der Veranstaltung wird gebeten unter: www.leopoldina.org/de/weihnachtsvorlesung.

Quelle: Leopoldina