Neuzugang – Schenkung chinesischer Münzen bereichert Sammlungen des Kunstmuseums Moritzburg

moritzburg chinamünzen
Thomas Bauer-Friedrich, Frau Dr. Krüger, Ulf Dräger

Nicht nur Ulf Dräger, Kustos des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt, freut sich über die großzügige Schenkung der Sammlung chinesischer Münzen und Geldzeichen von Prof. Dr. Joachim Krüger(Hannover 1935–2012 Berlin), die seine Ehefrau am Donnerstag dem Kunstmuseum übergab. Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich betont, dass Museen auf Stiftungen und Sammler angewiesen seien. Es gäbe zwar in der Münzsammlung des Museums, die bisher ihren Schwerpunkt auf die Landesgeschichte gelegt habe, schon einige chinesische Münzen, aber diese umfangreiche Sammlung – 2300 Objekte – sei eine großartige Bereicherung. Am 15. Mai 2014 wurde die Schenkung mit der Unterschrift besiegelt.

Moritzburg erhält umfangreiche MünsammlungDer Diplomat Prof. Dr. Joachim Krüger hat die Münzen und Geldscheine in mehr als 30 Jahren gesammelt und so einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte dieser Zahlungsmittel von den Anfängen bis zur Gegenwart gewährt. Einige Münzen und andere Zahlungsmittel sind jetzt in Vitrinen ausgestellt, innerhalb der nächsten Jahre soll es eine größere Ausstellung dazu in der Moritzburg geben, die aber umfangreiche wissenschaftliche Vorbereitung erfordert. Dazu bringt auch Frau Dr. Krüger ihr gesamtes Wissen ein – eine Datenbank entsteht.

Moritzburg erhält umfangreiche MünsammlungUlf Dräger bezeichnet es als Glücksmoment, dass diese Sammlung auf Wunsch Krügers an die Moritzburg übergeben wurde. Nun gibt es in Deutschland nur noch zwei Sammlungen chinesischer Münzen, die größer seien als die der Moritzburg in Halle. In Ostdeutschland ist es jetzt die größte Sammlung, die bei einer Ausstellung sicher auch viele auswärtige Besucher anlocken wird. Dräger schwärmt von den neuen Einblicken, die diese Sammlung ermöglicht, auch für ihn sei es eine völlig neue Welt. Die Sammlung spiegele die chinesische Geschichte wider und werde für die deutsche Numismatik eine große Überraschung sein.

Moritzburg erhält umfangreiche MünsammlungFrau Dr. Krüger freut sich, dass die Sammlung mit dieser Schenkung im Zusammenhang erhalten bleibt und wünscht sich, dass diese nicht im Depot verschwindet. Ihr Mann habe in der 50er Jahren seinen Wehrdienst in Halle abgeleistet und sie selbst findet, dass Halle eine schöne Stadt sei, sie komme gerne hierher. Spannend sind die Geschichten, die sie zu den Münzen erzählen kann, die ersten Erwerbungen nach der Öffnung Chinas nach außen, der Fund der Silberbarren, die über 1000 Jahre in einem Schiffsbauch im Wasser gelegen haben, die Form und Herstellung der Zahlungsmittel, die sich zunächst völlig von den Technologien in Europa unterschieden. Sehenswert sind auch die Amulette mit viereckigem Loch. Lange wurden in China Symbole als Zahlungsmittel verwendet, erst viel später wurden geprägte Münzen eingesetzt. Deshalb werden die Besucher von der Form der Zahlungsmittel überrascht sein, die auch die geschichtliche Entwicklung des Landes abbilden. Gerade die Silberbarren der Sammlung haben einen exklusiven Charakter.

Die Ausstellung einer kleinen Auswahl dieser Münzen ist im Talamt des Kunstmuseums zu sehen. Die Sammlung wird am Sonntag, dem 18. Mai 2014, zum Internationalen Museumstag um 10 Uhr mit einem Vortrag und einer kleinen Führung vorgestellt.

Wie das Museum informiert, ist die Ausstellung an diesem Tag durch den Eingang Talamt kostenfrei zugänglich, das gesamte Museum kann am 18. Mai 2014 zu einem ermäßigten Preis von 5 Euro besichtigt werden.

Gisela Tanner (Text und Fotos)  www.tannertext.de

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