Neustrukturierung der Moritzburg geht weiter – vielversprechende Ausstellungsprojekte

In diesem Jahr hält das Team der Moritzburg um Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich einige „Leckerbissen“ für seine Besucher bereit. Nicht nur die Neustrukturierung des Kunstmuseums schreitet voran, auch Werke namhafter Künstler, die über Halle hinaus Interesse an dem Museum wecken werden, sind im Laufe des Jahres zu erwarten.

Zum Auftak ist seit dem 24. Februar 2018 im Nordflügel des Museums eine neue Dauerausstellung zu sehen. Dort wurden bisher die Sonderausstellungen präsentiert. Eine neue Wegeführung soll Besuchern die Orientierung in dem recht verwinkelten, aber architektonisch reizvollen Bau erleichtern.

Mit der  Dauerausstellung „Wege der Moderne. Kunst in der SBZ/DDR zwischen 1945 und 1990“ wird der  erste Teil der neuen Sammlungspräsentation „Wege der Moderne. Kunst in Deutschland zwischen 1900 und 1945“ fortgesetzt.  Mit dieser Präsentation kann die Moritzburg vor allem auf ihre eigene Sammlung zurückgreifen.   Der Schwerpunkt der Schau  ist vor allem den künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten in der ehemaligen DDR gewidmet. Beide Präsentationen nehmen nun eine Fläche von  1 500 m² ein.

„Damit verfügt das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) erstmals in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte über eine umfassende Präsentation der eigenen Sammlungsbestände auf einer adäquaten Fläche. Im Vorfeld des großen Moderne-Jubiläums 100 Jahre Bauhaus im Jahr 2019 präsentiert sich das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in grundlegend überarbeitetem Erscheinungsbild als attraktiver Ort für die Kunst im 20. Jahrhundert. Ich freue mich auf zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland“, meint Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich.

Thomas Bauer Friedrich und der Jahrhundertschritt von Wolfgang Mattheuer 1984

Neu ist auch, dass bereits im Treppenhaus Werke regionaler Künstler zu sehen sind, so  das mehrteilige Auftragswerk „Sieben Leben – Die Träume der weißen Katze“ der halleschen Künstlerin Franca Bartholomäi, das im Dialog mit der Weißen Katze von Franz Marc entstanden ist. Auch das das Hallesche Heilthum von Moritz Götze erwartet die Besucher schon im Treppenhaus.
In der neuen Dauerausstellung sind Werke aus den späten 1940er Jahren bis Mitte der 1950er Jahre zu sehen, die den Versuch eines künstlerischen Neuanfangs von Künstlern wie Bachmann, Kitzel, Strempel, Balden oder Lammert verkörpern.

Sie wollten der von den Nationalsozialisten geächteten Moderne eine neue Chance geben. Leider verließen wegen der  Formalismusdebatte um 1950 viele der Künstler die neu gegründete DDR. gen Westen. Zu sehen sind Arbeiten von Tübke, Sitte, Mattheuer oder Neubert, die u. a. auf Werke von Glöckner, Penck, Ebersbach, Götze, Ticha oder Rehfeldt treffen. Auch Werke, die nach der Wiedervereinigung entstanden sind, werden gezeigt.

Wege der Moderne. Kunst in der SBZ/DDR zwischen 1945 und 1990 – Foto: G. Tanner

In der  „Box“ im 2. OG des Nordflügels wird Kunst gezeigt, die  1960 im Zusammenhang mit der Formalismusdiskussion in Halle (Saale) entstanden ist, u.a. mit Arbeiten von Hermann Bachmann, Fritz Baust, Kurt Bunge, Charles Crodel, Albert Ebert, Erwin Hahs, Herbert und Mareile Kitzel, Ulrich Knispel, Fritz Rübbert, Karl Erich Müller, Karl Völker, Gustav Weidanz.

Sonderausstellungen werden im jetzt im Museum in der Box im Westflügel gezeigt, beginnend mit der Präsentation „How Stars are just Holes in the Sky“ von Lisa Seebach, Preisträgerin des Gustav-Weidanz-Preises 2016 vom 3. März bis 8. April im Albert-Ebert-Kabinett.
In der Westbox lädt die 1. Sonderausstellung vom 18. März bis 10. Juni 2028 ein: „Ideale. Moderne Kunst seit Winckelmanns Antike“ – mehr als 200 Jahre Antikenrezeption seit den epochalen Leistungen von Johann Joachim Winckelmann (1717–1768).

In der Sommerausstellung vom 29. Juni bis 16. September wird mit „Ins Offene“ Fotokunst unterschiedlichster Positionen im Osten Deutschlands seit 1990 gezeigt, u.a. von Stefan Moses, Sibylle Bergemann, Katharina Sieverding und Thomas Florschuetz.

Auf einen besonderen Höhepunkt dürfen sich Besucher im Herbst 2018 freuen.  Das Kunstmuseum Moritzburg  zeigt vom 14. Oktober 2018 bis zum 6. Januar 2019 „GUSTAV KLIMT“ in der einzigen Ausstellung mit Werken des  berühmten  Wiener Jugendstilmeisters in Deutschland zu seinem 100. Todestag. Selten verliehene Gemälde und Zeichnungen des Künstlers werden exklusiv im Kunstmuseum gezeigt. Das wird ein besonderer Besuchermagnet sein.

Ein Besuch des halleschen Kunstmuseums ist also sehr zu empfehlen.

 

Gisela Tanner nach Informationen der Moritzburg

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