Neues von den halleschen Bühnen – einschneidener Personalabbau erwartet

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Vor einem Jahr hatte Rolf Stiska, Chef der TOO (Theater Oper und Orchester GmbH Halle) bei der Vorstellung des Spielplans 2013/14 verkündet, dass den halleschen Theatern einschneidende finanzielle Einbußen drohen. Das Land wolle die Zuschüsse um ca. 3 Mio. Euro kürzen und die Haustarifverträge laufen aus, so dass auch die Personalkosten steigen werden. Inzwischen ist ein  turbulentes Jahr vergangen. Protestaktionen hatten sich formiert – die Initiativen „5 vor 12“ und „Kulturland Sachsen-Anhalt“, die breite Zustimmung unter der Bevölkerung fand. Olaf Schöder, Sänger an der Oper Halle, erhielt sogar wegen des Erfolgs der Initiative „Kulturland Sachsen-Anhalt“ vor dem Landtag Rederecht.

Das half aber nichts, noch am gleichen Tag beschloss der Landtag, auch mit Stimmen hallescher Abgeordneter, die Kürzung der Zuschüsse für mehre Bühnen im südlichen Sachsen-Anhalt. Mehrere kreative Protestaktionen, die über das Bundesland hinaus mediale Beachtung fanden, stimmten die Abgeordneten der Regierungsparteien nicht um.
In der vergangenen Woche nun stellten die Intendanten der halleschen Bühnen ihre neuen Spielpläne vor und Rolf Stiska gab einen Lagebericht zur Situation der Bühnen.

Alle Sparten werden erhalten, aber es müssen Mitarbeiter entlassen werden. Die Staatskapelle bleibt ein A-Orchester. Mit ca. 270 Tsd. Besuchern wurde in der TOO 2013/14 das zweitbeste Ergebnis der letzten 5 Jahre erreicht, und das trotz Ausfall der Händelfestspiele. Es konnte ein Überschuss von 187 Tsd. Euro erwirtschaftet werden. Ab September 2015 erfolgt in der GmbH eine Zäsur durch die Kürzung der Landesmittel. Es gibt 2,9 Mio. Euro weniger vom Land und die Personalkosten steigen um ca. 2 Mio. Euro. Um die Landesmittel überhaupt zu erhalten, musste die Stadt auf Druck des Landes zusammen mit der TOO ein Anpassungskonzept erstellen.

Bis 2019 muss die Zahl der Mitarbeiter von 532 auf 419 reduziert werden. Im Sommer 2015 müssen bereits über 60 Mitarbeiter die GmbH verlassen. Im Jahr 2019 erfolgt dann der Personalabbau bei der Staatskapelle, das ist wegen der Haustarifverträge nicht eher möglich. Opernintendant Axel Köhler hat bereit das Handtuch geworfen, er verlängert seinen Vertrag, der 2016 ausläuft, nicht. Matthias Brenner, Intendant des neuen theaters mit einer sehr erfolgreichen Spielzeit 2013/14 will bleiben, man könne das auch als „Drohung“ sehen, meint er.
Trotz der erforderlichen Einschnitte aufgrund der finanziellen Situation haben sich die Häuser der TOO für die kommende Spielzeit wieder ein vielseitiges und spannendes Programm einfallen lassen, das wir demnächst vorstellen werden.

Gisela Tanner