Neuer Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Halle – Großer 3D-Druck-Kongress kommt

Quelle: UKH Halle_MedFak_Zentrale Fotostelle

[Foto: UKH Halle] Die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie hat einen neuen Direktor: Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas hat im Juli 2017 seinen Dienst angetreten. Der gebürtige Frankfurter war bisher an der Universitätsmedizin Mainz tätig. Die Zahnmedizin ist ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater ist Zahnarzt in Hessen. „Allerdings wollte ich nie in der Niederlassung arbeiten, sondern in der stationären Krankenversorgung in einem Klinikum“, sagt der zweifach promovierte Arzt, den zudem die Lehre und das wissenschaftliche Arbeiten an einer Unimedizin reizte. In einem Krankenhaus stehe die Teamarbeit im Vordergrund und es sei ein größeres Spektrum an Erkrankungen und Verletzungen zu behandeln. Die Spannweite des MKG-Chirurgen reicht von Erkrankungen, Verletzungen bis hin zu Fehlbildungen im Bereich von Zähnen, Mundhöhle, Kiefer und Gesicht. Selbst plastische Operationen gehören zum Aufgabenspektrum des Mediziners.

 

„Wir freuen uns, Prof. Al-Nawas für Halle gewonnen zu haben“, sagt der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Michael Gekle. Er erwarte, dass sich der MKG-Chirurg in die Entwicklung der Zahnklinik einbringe und die Forschung, auch in Kooperation mit anderen Fachgebieten, voran bringen werde. Die MKG-Chirurgie sei als ein wichtiger Eckpfeiler der Zahnmedizin die Verbindung zu den somatischen Fächern der Medizin. In der Forschung sieht der Dekan Anknüpfungspunkte zu den beiden Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät: Molekulare Medizin der Signaltransduktion, beispielsweise bei der Erforschung onkologischer Erkrankungen, und die Epidemiologie/Pflegeforschung: „Hier sehe ich vor allem Potenzial in der Versorgungsforschung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der älter werdenden Bevölkerung.“

Für seinen Wechsel nach Halle sprach aus Sicht des MKG-Chirurgen, dass zum einen die hiesige Klinik im Bereich der Krankenversorgung gut aufgestellt sei und ein breites Behandlungsspektrum auf hohem Niveau vorweise und zum anderen, dass die Zahnmedizin in der Saalestadt im Herbst 2017 eine neue Zahnklinik erhalten werde. „Die kommenden Jahre werden sehr spannend, wie sich die Zahnmedizin in Halle entwickeln werde.“ Ein Vorteil am Standort Ernst-Grube-Straße sei außerdem, dass sich die Kopffächer wie Augenheilkunde, HNO und Neurochirurgie in räumlicher Nähe finden. In der Lehre wolle er moderne Formen der studentischen Ausbildung einsetzen, beispielsweise durch 3D-Modelle und PC-Simulationen. Prof. Al-Nawas setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit dem Dorothea Erxleben Lernzentrum, welches sich in unmittelbarer Näher zur Zahnklinik befindet und aus seiner Sicht beeindruckende Möglichkeiten bietet. Die dentalen Simulationseinheiten für die studentische Ausbildung sind dabei nur ein Beispiel. Ähnlich könnten auch komplette MKG-Eingriffe geübt werden.

Die Krankenversorgung wird sich in den kommenden Jahren weiter verändern und Fortschritte für die Patienten bringen. „Durch den Einsatz von 3D-Druckern werden wir künftig Patienten noch genauer behandeln können, beispielsweise bei der individuellen Rekonstruktion von verletzten Strukturen im Gesicht.“ Schon heute sei es möglich, den Patienten an 3D-Modellen genau zu zeigen, wie eine Operation ablaufen wird. Im Mai 2018 werden Experten aus der gesamten Welt nach Halle kommen, um im Rahmen eines von Prof. Al-Nawas veranstalteten Kongresses die neuesten Entwicklungen und Einsatzgebiete dieser revolutionären Technik zu diskutieren. „Künftig wird es etwa möglich sein, Implantate an den Patienten exakt anzupassen und nicht wie bisher die knöchernen Strukturen der Patienten an das Implanat.“ Es minimiere nicht nur das OP-Risiko, sondern bringe den Patienten ein besseres Behandlungsergebnis. Was gerade bei Eingriffen im Gesicht oder Mund von besonderer Bedeutung sei. Prof. Al-Nawas ist in der neuen Internationalen Gesellschaft für 3D-Druck in der Medizin aktiv tätig. Seine Klinik werde demnächst einen 3D-Drucker erhalten und im praktischen Alltag einsetzen, beispielsweise bei der Herstellung von individuellen Modellen.

Quelle: Universitätsmedizin Halle