Neuen Mediathek der BURG ist eröffnet

Neue Mediathek der BURG Architektur: F 29 Architekten (zusammen mit ZILA Freie Architekten) Foto: BURG/Sascha Linke
Neue Mediathek der BURG Architektur: F 29 Architekten (zusammen mit ZILA Freie Architekten) Foto: BURG/Sascha Linke
Neue Mediathek der BURG – Architektur: F 29 Architekten (zusammen mit ZILA Freie Architekten) – Foto: BURG/Sascha Linke

[Foto: BURG/Sascha Linke] Gestern, am 16. Dezember 2015, wurde die neue Mediathek der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (BURG) eröffnet. Dort vereinen sich jetzt die Mediathek ist der neue Standort der Hochschulbibliothek der BURG und die  noch im Aufbau befindliche Materialsammlung. Bereits Anfang Oktober war für die Studierenden der Probebetrieb aufgenommen worden. Im Beisein des Finanzministers von Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn, des Oberbürgermeisters von Halle, Dr. Bernd Wiegand, und des Staatssekretärs im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, Marco Tullner, waren bei der Eröffnung dabei.

Der Neubau wurde vom Dresdner Architekturbüro „F 29 Architekten“ in Zusammenarbeit mit „ZILA Freie Architekten“ aus Leipzig entworfen und umgesetzt. Ihm ging ein internationaler Architekturwettbewerb für die neue „Mediathek, Bibliotheks- und Leistungszentrum für integriertes Informationsmanagement der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“ voraus. Aus 123 Bewerbungen wurden 30 nationale und internationale Architekturbüros ausgewählt und zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen, aus denen schließlich der Siegerentwurf von „F 29 Architekten“ hervorging.

Die Mediathek umfasst eine Nutzfläche von 1.560 m² sowie 483 m² Nebenfläche. Die reine Bauzeit (ohne Erstellung der Baugrube) betrug eineinhalb Jahre, die Kosten belaufen sich auf 6,5 Millionen Euro. Gefördert wurde der Neubau durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Noch bevor die Bauarbeiten richtig losgehen konnten, wurde das Baufeld archäologisch untersucht und brachte einen sensationellen Fund zutage. Am Neuwerk wurde der älteste, zusammenhängende Salzsiedeplatz auf dem Gebiet der Stadt Halle gefunden: eine 3000 Jahre alte komplette Salzproduktionsstätte. Zahlreiche Funde wurden einzeln oder auch als Blockbergungen gesichert. Trotz der Verzögerung durch die Grabungen und die Bergung dieser einzigartigen archäologischen Funde konnte die Grundsteinlegung am 30.01.2014 und eineinhalb Jahre später der Einzug der Bibliothek in die neuen Räume erfolgen.

Die schlanke, linienförmige Gestalt des Neubaus mit drei sichtbaren Vollgeschossen ordnet sich der angrenzenden Villenarchitektur unter und ist dennoch klar und eigenständig. Die Fassade wird durch die Lisenen-Riegelkonstruktion aus Furnierschichtholz optisch gegliedert. Dadurch fügt sie sich in die vorhandene parkähnliche Anlage am Neuwerk ein. Da sich die Hälfte der geforderten Hauptnutzfläche in einem unterirdischen Sockelgeschoss befindet, wirkt das Gebäude schlank und nicht zu groß für seine Umgebung. Der weite Tageslichteinfall im Erdgeschoss, die lichten Durchblicke durch das gesamte Gebäude in allen Geschossen und der freie Lichteinfall auf die Lesearbeitsplätze im Sockelgeschoss erzeugen eine wunderbare Atmosphäre. Helle und hohe offene, durch Holz und Beton geprägte Räume sind entstanden.

Auf rund 2000 m² steht den Nutzern nun eine moderne Bibliothek mit unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung. In Gruppenarbeitsräumen sowie an  Einzelarbeitsplätzen (Carrels) kann mit moderner EDV und internetgestützt gearbeitet werden. Der Bestand der Bibliothek ist systematisch nach Fachgruppen aufgestellt und frei zugänglich. Davon sind 90 % des Bestandes im Sockelgeschoss untergebracht. Jeder Besucher der Bibliothek kann sich die Literatur direkt heraussuchen und dabei weitere Inspirationen am Bestand erhalten. Der in die Bibliothek integrierte Seminarraum wird schon jetzt kurz nach der Eröffnung rege genutzt. Zusätzlich wird in der Bibliothek eine öffentlich zugängliche Materialsammlung als Bindeglied zwischen Lehre, Werkstätten und Bibliothek aufgebaut.

Die Bibliothek der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ist die wichtigste wissenschaftliche Spezialbibliothek zu Kunst und Design des 20./21. Jahrhunderts Sachsen-Anhalts. Sie ist auch für Nutzer der Region Halle frei zugänglich.

Neben dem Gesamtbestand von ca. 91.000 Medien und 150 laufenden Zeitschriften bietet die Bibliothek verschiedene audiovisuelle Medien zur Benutzung bzw. Ausleihe an. Der gesamte Bestand der Medien (Ausnahme Diplomarbeiten, elektronische Medien, Zeitschriften und sehr seltene und wertvolle Literatur) ist „Freihand“ systematisch aufgestellt und ist zum größten Teil ausleihbar.

Quelle: Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle