Neue Ausstellung in der Moritzburg – AENIGMA. 100 Jahre anthroposophische Kunst

Moritzburg Ausstellung AENIGMA - Nordflügel Foto: ©G.Tanner
Moritzburg Ausstellung AENIGMA - Nordflügel Foto: ©G.Tanner
Moritzburg Ausstellung AENIGMA – Nordflügel Foto: ©G.Tanner

Auch die dritte Sonderausstellung im halleschen Kunstmuseum Moritzburg in diesem Jahr basiert auf einer internationalen Kooperation. Zusammen mit dem Kunstmuseum Olmütz in Tschechien, der Gemeinde Petersberg und dem Schloss Ostrau e. V. hat das Museum eine Schau zu anthroposophischer Kunst entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Künstler- und Ausstellungsvereinigung AENIGMA, die 1918 gegründet wurde und eng mit dem Gedanken der Anthroposophie verknüpft war. Rudolf Steiner gilt als Begründer dieser Sichtweise auf die Welt.

Kunstmuseum Moritzburg aenigmaMan wolle zusammen mit den Besuchern der Frage nachgehen, was anthroposophische Kunst denn sei, so Museumsdirektor Bauer-Friedrich zur Ausstellungseröffnung. Mehrfach bekam er Lob für seinen Mut, diese Schau nach Halle zu holen. Gehe es bei den Anthroposophen doch mehr um die Gefühls- als um die Erkenntnisebene. Zugespitzt wird in der Ankündigung die Frage gestellt: „Gibt es eine anthroposophische Kunst und wenn ja, wie sieht diese aus?“ Die Besucher können in verschiedenen Bereichen des Kunstmuseums diesbezüglich auf Entdeckungsreise gehen.

Schloss Ostrau in der Gemeinde Petersberg im Saalekreis wurde als Korrespondenzstandort der Ausstellung gewählt, weil Hans-Hasso von Veltheim, einstiger Schlossherr, mit Rudolf Steiner befreundet war. Dieser besaß eine umfangreiche anthroposophische Bibliothek und ließ Künstler aus Steiners Umfeld die Grabkapelle in der Ostrauer Schlosskirche und das Grabdenkmals für seine Mutter entwerfen. Im Schloss Ostrau ist zeitgleich zur halleschen Ausstellung eine Kabinettausstellung zum Leben und anthroposophischen Wirken von Veltheims zu sehen, Möbel und Entwurfszeichnungen von Felix Kayser werden gezeigt.

Aenigma Ausstellung in der Moritzburg Halle

Die anthroposophische Kunst im 20. Jahrhundert war und ist nicht unumstritten. Während des Nationalsozialismus war sie verboten und auch zu DDR-Zeiten nicht erwünscht.

Aenigma Ausstellung in der Moritzburg Halle
In Halle werden die Werke in vier Raumeinheiten gezeigt, ca. 200 Werke aus 7 Ländern. Während im Nordflügel hauptsächlich Arbeiten aus dem Zeitraum vor 1933 präsentiert werden, darunter ein Modell vom Goetheanum, geht es in der Nordbox um Waldorfpädagogik mit Originaltafelzeichnungen von Rudolf Steiner.

Aenigma Ausstellung in der Moritzburg Halle
Im Westflügel ist die Sonderausstellung in zwei Räumen vertreten, u.a. mit Werken farbiger Transparenz und Arbeiten der jüngeren Generation dieser Kunstrichtung.

Kunstmuseum Moritzburg aenigma

Kunstmuseum Moritzburg aenigma

Kuratoren der Ausstellung sind Prof. Dr. Reinhold J. Fäth und David Voda. Für Halle zeichnet Ulf Dräger verantwortlich.

Museumsdirektor Bauer Friedrich zeigt sich erfreut, dass mit dieser Ausstellung ein wenig beachtetes Kapitel europäischer Kunstgeschichte betrachtet wird und hofft auf Impulse für die weitere Forschung zu diesem kunstgeschichtlichen Kapitel.
Zur Ausstellung gibt es einen umfänglichen Katalog, der im Museum zum Sonderpreis erhältlich ist. Ein reichhaltiges Programm begleitet die Schau.

Gisela Tanner

 

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