Moritzburg zeigt Keramik in Quedlinburg

moritzburg1Keramik des Mittelalters und der Reformationszeit aus der Sammlung der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt –  ist jetzt im Schlossmuseum Quedlinburg zu sehen. Am Freitag, dem 22. März 2013, wurde im Schlossmuseum die Ausstellung „Geformt – Gebrannt – Gebraucht“ eröffnet.

Die Moritzburg zur Ausstellung:

„Die Städte blühten auf im ausgehenden Mittelalter – und mit ihnen ihre Herren: Patrizier, Kaufleute und Kirchenfürsten. Ihren Rang stellten sie selbstbewusst zur Schau, in aller Öffentlichkeit genauso wie an ihren Wohnsitzen. Dort liefen sie auf Fliesen, verziert mit bunten Ornamenten und saßen an Öfen, die gekachelt waren mit den verschiedensten Bildmotiven. Sie tranken Wein und Bier aus fantasievoll geformten Kelchen und wuschen sich die Hände mit Wasser aus Krügen, die wie Fabelwesen oder Ritter aussahen. Solche kunstvolle Dinge des Alltags zeigt diese Ausstellung. Viele Gefäße sind so fein gearbeitet, dass sich manch ein Betrachter heute fragt, wie sie überhaupt hergestellt wurden. Dabei mutet das Design einiger Stücke sogar modern an. Nach 50 Jahren ist diese überregional bedeutende Keramik-Sammlung aus der Stiftung Moritzburg zum ersten Mal wieder zu sehen. Zuvor wurde sie von der Stiftung Moritzburg in Zusammenarbeit mit dem halleschen Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas wissenschaftlich aufgearbeitet.

Die Schau zeigt auch einige Hightlights der deutschen angewandten Kunst: Zum Beispiel der auf das Jahr 1536 datierte Fayenceteller mit dem Porträt des Nürnberger Patriziers Christoph Coler. Würdevoll legt er vor seinem Gewand die Hände zusammen. Aufwendig gestaltete Ornamente rahmen sein Antlitz. Eigentlich kennt man Schauteller dieser Art erst seit Ende des 16. Jahrhunderts. Oder ein Gießgefäß in Gestalt eines Ritters aus dem 14. Jahrhundert. Pfeifentonstatuetten aus dem 15. und 16. Jahrhundert zeugen davon, wie die Menschen im eigenen Haus ihre Frömmigkeit gelebt haben. Reich verzierte Fliesen aus ganz Europa verdeutlichen, wie man früher die Wände dekorierte. Hierzu gehören auch einige, mehrfarbig glasierte Fliesen aus dem halleschen Stadtpalast Kühler Brunnen im Stile der Frührenaissance. Die ausgestellten Ofenkacheln sind so dekorativ, dass sie auch in heutiger Zeit für Innenausstattungen Verwendung finden könnten. Die Ofenkacheln legen die gesamte Bandbreite von den Anfängen des Ofens bis zu den kunstvollen, farbigen Kacheln der Renaissance dar. Höhepunkt der Ausstellung bilden die Relikte einer ganz besonderen Raumausstattung: der prachtvollen Residenz Kardinal Albrechts von Brandenburg in Halle.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit beherrschte das rheinische Steinzeug den Markt in Europa. Davon beherbergt die Sammlung der Stiftung Moritzburg einen großen Querschnitt mit Objekten vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, darunter einen frühen Import aus der Zeit um 1250 als halleschen Bodenfund. Die reich verzierten Objekte zeugen von hoher Qualität und Kunstfertigkeit.

Ausstellung und Katalog machen das kulturgeschichtlich aufschlussreiche Material aus der Sammlung Kunsthandwerk der Stiftung Moritzburg nach vielen Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich.“

„Geformt – Gebrannt – Gebraucht. Keramik des Mittelalters und der Reformationszeit aus der Sammlung der Stiftung Moritzburg“ vom 23.März bis 30. Juni im Schlossmuseum Quedlinburg

Öffnungszeiten des Schlossmuseums in Quedlinburg: im März 10.00-16.00 Uhr, April bis Oktober 10.00 bis 18.00 Uhr, Montag Schließtag

Sonderführungen am 23. März, am 12.Mai und am 30. Juni, jeweils um 15:00 Uhr.

Quelle: Kunststiftung Moritzburg

Foto: Saalereporter, Innenhof der Moritzburg