Moritzburg – Direktor Michael Freitag präsentiert neues Ausstellungskonzept

Direktor Michael Freitag stellt "Republik der Bilder" vor Foto:(c) tannertext
Direktor Michael Freitag stellt "Republik der Bilder"  vor Foto:(c) tannertext
Direktor Michael Freitag stellt „Republik der Bilder“ vor Foto:(c) tannertext

Emotional berührt stellt Michael Freitag die neue Konzeption der Ausstellung in der Moritzburg vor, schließlich ist es seine letzte „Amtshandlung“ als Direktor der bedeutenden Einrichtung in Halle und er möchte mit dieser finalen Arbeit das Kernstück des Reichtums der Burg präsentieren. Ihm gehe es um die klassische Moderne genauso wie um die Stärkung der Eigenbestände, meint Freitag.

Neue Ausstellungskonzeption in der MoritzburgDie Brückesammlung Gerlinger erscheint bereits seit ihrer aktuellen Ausstellung im neuen Konzept (Saalereporter berichtete). Großzügig angeordnete Bilder auf silbergrünem Untergrund begrüßen die Besucher des Westflügels und geben genügend Raum zur eigenständigen Wirkung jedes einzelnen Bildes. Freitag freut sich über die ungewöhnliche gute Resonanz, die dieses neue „Brücke-Konzept“ bisher findet. Das Entree wurde aufgelöst, der Raum ist weit geöffnet und die Bilder sind eigenwertig und großzügig gehängt. Auch wenn die Bilder wechseln, soll diese Großzügigkeit erhalten bleiben.

Neue Ausstellungskonzeption in der MoritzburgIm hinteren Teil des Raumes im Westflügel ist die Farbe anders akzentuiert. Ein gedecktes Ocker aus der gleichen Farbfamilie wie der Hintergrund der Brücke-Sammlung führt die beiden Ausstellungsbereiche im Westflügel zusammen. Die beeindruckenden räumlichen Gegebenheiten sind dank der großzügigeren Aufteilung deutlicher erkennbar. Neue Ausstellungskonzeption in der MoritzburgDas wichtigste Bild in dieser Sammlung, Porträt Dr. .Linde von Edvard Munch ist schon von Weitem sichtbar. Freitag betont, diese Ausstellung gliedere sich nicht in Epochen, sondern sie sei eine „Republik der Bilder“ mit zauberhaften Konstellationen. Auf der Empore oberhalb des 2. Teils der Ausstellung haben u.a. die Feininger -Werke ein Zuhause. Aus dem Westflügel heraus geht es zur 1.Etage des Talamtes, auch dieser Raum mit Werken der Impressionisten der Berliner Sezession wurde behutsam umgestaltet.

Doch dann gibt es einen Schnitt in der räumlichen Konzeption und die bedauernswerte Seite der aktuellen Situation der Moritzburg deutet sich an: Die Tür hinter dem Talamt bleibt verschlossen, die Wehrgänge und der Kuppelsaal können nicht mehr als Ausstellungsfläche genutzt werden. Der Grund hierfür, im Sommer hat sich ergeben, dass eine schnelle Lösung zur konservatorischen Erhaltung der Depot-Bestände gefunden werden muss. Der Plan eines Neubaus hierfür war geplatzt. So muss ein Teil der Moritzburg als Depotfläche geopfert werden. Dazu gehören der Kuppelsaal und die Wehrgänge, die jetzt mit einem für Baumaßnahmen vergleichsweise geringem Etat von ca. 400.000 Euro zum Depot umgebaut werden sollen. Später sollen dort auch Führungen möglich sein.

Es ist den Mitarbeitern der Moritzburg unter Führung von Direktor Michael Freitag gelungen, aus der Not eine Tugend zu machen und trotz geringerer Ausstellungsfläche ein stimmiges Konzept zu finden, das die Werke völlig neu und ansehnlich interpretiert und die Bestände sichert. Trotzdem ist es bedauerlich, dass so beeindruckende Ausstellungsräume wie der Kuppelsaal nicht mehr zur Verfügung stehen.

Gisela Tanner
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