Moritzburg Open Air 2016 – Premiere mit einem Hauch von Wehmut

©G.Tanner - Moritzburghof
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©G.Tanner – Moritzburghof

Noch sind die Reihen im Hof der Moritzburg unbesetzt, aber sobald die Oper Halle ruft, kommen die Zuschauer in Scharen. Am letzten Freitag konnten  Hallenser nicht nur anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften Institute und Forschungseinrichtungen erkunden, sondern aus der Moritzburg klangen Melodien aus romantischen Opern herüber. Der Grund, die beliebte Reihe der Oper Halle – Moritzburg Open Air – feierte mit der „Sommernacht der romantischen Oper“ Premiere. Noch bis zum 10. Juli gibt es im Hof des Kunstmuseums Veranstaltungen wie die Sommernacht der Wiener Operette und ein Konzert der Big Band der Staatskapelle Halle.

Moritzburg Open Air 2016

Zur Premiere waren bekannte Ouvertüren, Arien und Chöre u.a. aus den Opern „Fidelio“ von Beethoven, „Der Freischütz“ von C. M. von Weber, aus „Carmen“ von Bizet, aber auch aus den Verdi-Opern „Macbeth“, „Macht des Schicksals“ und „Nabucco“ von  Verdi zu hören. Intendant Axel Köhler betonte, dass mit Fidelio das Theater in Halle auch einst eröffnet wurde. Er moderierte gemeinsam mit seinem Chefdramaturgen André Mayer und zusammen gaben sie so manche Information über die Darbietungen und ihre Interpreten weiter. In der besonderen Atmosphäre des Moritzburg-Hofes – auch wenn es noch taghell war – kamen die Ouvertüren, Arien und Chöre besonders zur Geltung. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Opernensemble – Anke Bernd, KS Romelia Lichtenstein, Ulrich Burdack, Gerd Vogel, Ralph Ertel und Ki-Hyan Park – bewiesen, dass sie auch bei konzertanten Darbietungen eine Klasse für sich sind. Für die romantische Stimmung sorgten auch die Staatskapelle unter Robbert van Steijn und last but not least  Chor und Extrachor der Oper mit ihren professionellen Darbietungen, und doch mischte sich ein Hauch von Wehmut in die Veranstaltung.

Moritzburg Open Air 2016

Auch wenn das Moderatorenpaar sich um lockere Stimmung bemühte, war doch ersichtlich, eine Ära geht zu Ende. Axel Köhler, der vor 32 Jahren als Sänger an der Oper angefangen hatte, dann als Regisseur und schließlich als Intendant der Oper gearbeitet hat, wird die Oper verlassen. Der Grund sollte nicht vergessen werden, er protestiert damit gegen die Kürzungen der finanziellen Mittel durch die Landesregierung. Aber nicht er allein wird gehen, auch sein Chefdramaturg André Mayer, und einige der Sänger wie Ulrich Burdack werden die Oper verlassen. Kapellmeister Robbert van Steijn ist in der nächsten Spielzeit ebenfalls nicht mehr dabei. Das ist eine Zäsur.  An diese und alle anderen, die gehen, sei ein Dank gerichtet für ihr Engagement, mit der sie das hallesche Musikleben bereichert haben.

Anrührend war auch die Rede von Rolf Stiska, Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH, die er an Axel Köhler gerichtet hat. Auch er, der bei keiner Premiere fehlte, wird seine Funktion zur kommenden Spielzeit abgeben.  Nun heißt es nach vorn zu schauen und sehen, was die „Neuen“  wie der zukünftige Intendant Florian Lutz und sein Team in Halle bewegen werden. Über die Pläne berichten wir in Kürze.

Gisela Tanner