Moll-Rock’n’roll im Fleischbachtal

russendisco paasch

Unser Autor Hans-Jürgen-Paasch war wieder in der Region unterwegs, diesmal gab’s Moll-Rock’n’roll im Fleischbachtal:

Am vergangene Sonnabend, dem 9. Juli, fand wohl in jeder möglichen Lokation der Umgebung eine Veranstaltung statt. So auch auf dem Eulenbergschen Hof im Gerbstedter Ortsteil Elben. Dr. Bajan spielte russischen Rock’n’roll in der Besetzung Akkordeon, Violine, Kontrabass und Schlagzeug. Dabei kommt der Schlagzeuger Benny Abalos aus Andalusien, der Bassist Davide de Bernhardy aus der Schweiz und der Geiger Christian Runge ist Berliner. Nur Dr. Bajan stammt aus St. Petersburg. Die Musik wird von ihm selbst als Russendisco bezeichnet. Es werden bekannte russische oder internationale Melodien in Russen-Rock’n’roll und Anarcho-Punk verwandelt.

Die Soundeffekte für das Akkordeon werden in einem Holzkasten, der mit den nackten Füßen gespielt wird, zu bizarren Klängen verzerrt. Die Musik ist furios und es wird quasi ohne Pause dem Publikum eingeheizt. Es scheint nichts zu geben, was diese Herren nicht der Russendisco einverleiben können. Das russisch gesungen wird, interessiert nicht, weil den Text sowieso keiner versteht. Das ist dennoch auch so, wenn deutsche Titel angesagt werden. Die Gitarrenriffs der Songs von Deep Purple oder Led Zeppelin erklingen mit Violine und verzerrtem Akkordeon, dazu wird irgend sowas wie russisch gesungen.

Die Gäste haben somit keine Veranstaltung am Süßen See verpasst, sondern haben Dr. Bajans Russendisco mit elektronisch „verbessertem“ Knopfakkordeon kennengelernt.

 

Hans-Jürgen-Paasch (Text und Foto)