Leipzig liest – Sabine Ebert Kriegsfeuer in der Nikolaikirche

paasch LeipzigEs ist Buchmesse-Donnerstag Abend vor der Leipziger Nikolaikirche. Offenes Feuer, Nebelmaschinen. Der Knaur Verlag stellt heute Sabine Eberts neues Buch „1813 Kriegsfeuer“ vor. Das Interesse ist groß. Die Leipziger bilden eine lange Schlange durch die Messepassagen.

Endlich wird eingelassen. Die Kirche hat viele Plätze. Es werden nur einige wenige, mit schlechter Sicht frei bleiben. Frau Ebert sitzt in einem roten Seidenkleid, der Zeit der Befreiungskriege nachempfunden, neben einem Berg ihrer Bücher und signiert. Der Andrang ist groß. Viele Gäste sind in verschiedenen historischen Uniformen gekleidet. Sie sind Mitglieder im Verband Jahrfeier Völkerschlacht b. Leipzig 1813 e. V., der auch den Anstoß zu diesem Buch gab.

Nach einer Begrüßung durch den Pfarrer der Nikolaikirche und den Verleger liest Sabine Ebert aus ihrem Buch, das schwer in Ihrer Hand liegt. Ihrer Stimme ist die Aufregung, vor so großem Publikum aufzutreten, anzumerken.
Zu Beginn gleich ein Kapitel aus der Schlacht. Es ist Sonntag, die Schlacht scheint eine kurze Pause zu machen. Die Leipziger finden sich in der Nikolaikirche zum Gottesdienst. Dies ist die einzige Kirche der Stadt, die kein Lazarett ist. Leipzig, das bereits voller Verwundeter aus den vorhergehenden Schlachten dieses Krieges ist, rechnet mit weiteren 100.000. Drei mal so vielen, wie die Stadt Einwohner hat.

Der Krieg hat die Welt erfasst. Europa, Afrika, Südamerika

… es fällt das Wort „Weltkrieg“, das es doch noch gar nicht gibt.

Sabine Ebert hat endlos recherchiert. 90 Prozent aller in dem Buch vorkommenden Personen sind authentisch. Es wird mit vielen Mythen und Halbwahrheiten gebrochen. Der Roman ist auch ein Sachbuch. Wir können nun nachlesen wie es wohl wirklich war.

Dabei ist das Buch kein Kriegsbuch, sondern ein Bekenntnis zum Frieden.

Sabine Ebert liest noch einige Textstellen, unterbrochen von Musik. Das Grauen des Krieges wird den Zuschauern immer mehr vor Augen geführt.

Ein Friedensgebet beendet diesen beeindruckenden Abend.

Autor und © Foto: Hans-Jürgen Paasch www.buchgestalter.eu