Lehrlingsmangel – 170 ausländische Jugendliche starten in Sachsen-Anhalt

job of my lifeMit dem Programm MobiPro-EU werden junge Spanier, Portugiesen, Griechen und Polen auf den Start ins Berufsleben vorbereitet:

Seit Ende Juni bereiten sich 170 Jugendliche aus dem europäischen Ausland für eine Ausbildung in Sachsen-Anhalt vor. Sie alle sind Teilnehmer des Programms MobiPro-EU. Das Programm unterstützt junge EU-Bürger im Alter zwischen 18 und 27 Jahren etwa mit Sprachkursen, Praktika und bei der Kontaktaufnahme mit potentiellen Ausbildungsbetrieben, um in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen.

Die meisten kommen aus Spanien, Portugal und Griechenland
Die meisten der aktuellen Teilnehmer haben bereits jetzt schon ihren Ausbildungsvertrag in der Tasche. Rund zwei Drittel der Jugendlichen kommen aus Spanien, rund ein Fünftel aus Portugal (ca. 17%), gefolgt von Griechenland (ca. 13%). Weitere Jugendliche kommen unter anderem aus Polen, Slowenien, der Slowakei und Bulgarien. Fast ein Drittel starten ihre Ausbildung im Bereich Metall/ Elektro, wo auch der Fachkräftebedarf in Sachsen-Anhalt mit am größten ist. Danach folgen zu je einem Fünftel Hotellerie und Gastronomie sowie Bau- und holzverarbeitende Berufe. Die Altenpflege stieß bei etwa 13 Prozent der ausländischen Jugendlichen auf Interesse.

Damit wird „Fachkräftenachwuchs für Bereiche, für die sich keine inländischen Jugendlichen finden“ herangebildet, so Lutz Mania, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt spitzt sich für viele Unternehmen zu. Aktuell stehen 4.400 unbesetzten Ausbildungsstellen 3.800 unversorgte Jugendliche gegenüber. Insbesondere im Metall- und Elektrobereich suchen die Unternehmen händeringend Auszubildende. Das Programm MobiPro-EU leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, indem wir ausländischen Fachkräftenachwuchs für die Bereiche gewinnen, für die keine inländischen Auszubildende mehr zu finden sind,“ erklärte Mania weiter.

Gleichzeitig ist diese Aktion ein Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, auch wenn die Zahlen der geförderten Jugendlichen noch sehr niedrig seien, so Mania weiter. Man erhoffe sich aber davon, dass die Akzeptanz für ausländische Lehrlinge steige. Die Erfahrung zeige, dass Arbeitgeber sehr zufrieden mit dem ausländischen Fachkräftenachwuchs seien. Denn sie seien in der Regel hoch motiviert und begeisterungsfähig. „Von dem Programm profitieren also alle. Auch weil wir damit einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung der dramatischen Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern leisten.“

Vor dem Ausbildungsstart werden die angehenden Auszubildenden und entsprechende Unternehmen von Trägern in Halle, im Saalekreis, im Burgenlandkreis, in der Region Harz, in Magdeburg und im Salzlandkreis vorbereitet und umfassend betreut.

Bundesweit steht für das Sonderprogramm im Zeitraum 2013 bis 2018 ein Betrag von 560,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel kommen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mehr Infos gibt es unter www.thejobofmylife.de.

Quelle: BA Sachsen-Anhalt-Thüringen