Langzeitarbeitslose in Sachsen-Anhalt haben geringe Jobchancen

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Wie die Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen informiert, fanden ca. 7.700 Langzeitarbeitslose aus Sachsen-Anhaltim Jahr 2013 einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt und konnten so mindestens ein Jahr Arbeitslosigkeit hinter sich lassen. Dennoch haben es Betroffene weiterhin schwer eine neue reguläre Beschäftigung zu finden. Zu diesem Ergebnis kommen Experten der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Das Ergebnis ihrer Analyse für den Zeitraum Mai 2013 bis April 2014: Im Monatsdurchschnitt fanden 15 von 1.000 Langzeitarbeitslosen einen neuen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. Im Vorjahreszeitraum (Mai 2012-April 2013) waren es 13 von 1.000 pro Monatsschnitt.

Wenn Langzeitarbeitslose einen Job finden, dann vor allem im Handel, als Helfer in Logistikunternehmen oder im Reinigungsgewerbe. „Für viele ist das nach langer Arbeitslosigkeit ein erster und wichtiger Schritt in den Arbeitsmarkt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich aus Helfertätigkeiten in diesen Berufen nur schwerlich stabile Erwerbsbiografien entwickeln“, sagte der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen Kay Senius.

Deshalb seien nachhaltige Integrationsstrategien für Langzeitarbeitslose besonders wichtig. Das von der Bundesregierung geplante Programm für Langzeitarbeitslose „Perspektiven in Betrieben“ nannte Senius einen „wichtigen Baustein beim Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit“. Das Programm sieht vor, Arbeitgebern längerfristig Lohnzuschüsse zu zahlen, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. Darüber hinaus sollen die ehemaligen Langzeitarbeitslosen auch nach der Einstellung im Betrieb begleitet werden, um ihre Beschäftigungssituation zu stabilisieren.

In strukturschwächeren Regionen mit kleinteiliger Betriebsstruktur und einem wenig durchlässigen Arbeitsmarkt stoße das Programm aber an seine Grenzen, sagte Senius. „In strukturschwächeren Regionen brauchen Alternativen, um Perspektiven für Langzeitarbeitslosen zu fördern.“ Politik müsse deshalb entscheiden, ob es in Zukunft dort nicht weiterhin einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor geben sollte, um Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen. „Wir begrüßen die Überlegungen aus der Politik, sich dem Thema sozialer Arbeitsmarkt zu öffnen und an Alternativen für die auslaufende Bürgerarbeit zu arbeiten“, so Senius weiter.

Quelle: Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen
Foto: BA