Landesversammlung des BUND Sachsen-Anhalt e. V. im Umweltzentrum Franzigmark

bundUnser Autor Hans-Jürgen-Paasch war am Wochenende zur Mitgliederversammlung des BUND Sachsen-Anhalt e. V.:

Am Freitag und Sonnabend (20. Und 21. Februar 2016) fand im BUND Umweltzentrum  Franzigmark, direkt an der halleschen Stadtgrenze, die Landesmitgliederversammlung des BUND-Landesverbandes Sachsen-Anhalt statt.

Im Bericht des Landesvorstandes wurden von den einzelnen Verantwortlichen die wichtigsten und umfangreichen Projekte des Landesverbandes erläutert. Hauptschwerpunkte sind dabei unter anderem die Verhinderung des Baus der „Skiarena Harz“ zwischen Braunlage und Schierke, die Revitalisierung der „Dornburger Alten Elbe“ und der Aufbau von Lebensräumen am „Grünen Band“.

Dabei wurde jedes Projekt ausführlich erläutert. Warum muss direkt an der Grenze zum Nationalpark am Brocken ein Skigebiet gebaut werden? Wie schneesicher kann so ein Standort bei der stattfindenen globalen Erwärmung überhaupt sein? Die Hochmoore des Brockengebietes hören nicht genau an der Grenze zum Nationalpark auf. Geplant ist auch ein Wasserrückhaltebecken welches, aus umliegenden Bächen, das Wasser für den Kunstschnee bereithalten soll. Beeinträchtigt das unsere Trinkwasserversorgung? Was ist mit den nötigen Salzen zur Pistenpräperation, die durch die Rappbode in unser Trinkwasser gelangen können.

Danach sprach der Bundesvorsitzende Prof. Hubert Weiger eine wirklich sehr emotionale Rede, über die Grundsätze des BUND und seinen Platz in der Gesellschaft.

Weiterhin gab es noch Berichte der Landesarbeitskreise, der BUND-Jugend und Sprecher einzelner Projekte. Themen waren die Goitzsche-Wildnis genauso wie die geplante Schlachtabfallvergärung in Webau bei Hohenmölsen. Sehr interessant war auch der Bericht über den 10jährigen Kampf gegen eine Schweinemastanlage in Bergesbach bei Jessen.

Aber es wurde nicht nur darüber gesprochen Gegner zu sein, auch die vielen Naturprojekte waren ein Thema. Neben den Flächenankäufen und der nachfolgenden Umwandlung zum „Grünen Band“ und damit der Schaffung von Rückzugsräumen für Tier und Pflanzen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie den Aktivitäten um die Wildkatze wurde auch über den Aufbau einer Hamsterzucht im halleschen Bergzoo zum Ausgleich der Umsiedlung einer Hamsterpopulation auf dem Baugelände der MIFA in Sangerhausen diskutiert.

Viele Flächen auf dem Gelände des Gewerbeparks in Sangerhausen sind vom stark bedrohten Feldhamster bewohnt. Gerade die Lössböden in der „Goldenen Aue“ sind von diesen Tieren sehr beliebt. Im Sinne des Feldhamsterschutzes hat sich der BUND Sachsen-Anhalt bereit erklärt, die durch Fördermittel finanzierte Aufzuchtstation zu begleiten. Diese Hamster werden auf Flächen ausgesetzt, die begleitend durch langfristige Verträge nur hamsterschonend bearbeitet werden dürfen. Eine schon jetzt von Feldhamstern bewohnte Fläche davon wird sich auch in dem Gewerbepark befinden. Diese Fläche sollte dann auch von einer weiteren Bebauung ausgeschlossen sein. Es wird abzuwarten sein, wie sich dieses einmalige Projekt zum Feldhamsterschutz entwickeln wird.

Hans-Jürgen Paasch (Text und Foto)