Land Sachsen-Anhalt soll kommunale Theaterstandorte erhalten

Der Deutsche Bühnenverein, Landesverband Ost, informiert über eine Resolution der Mitgliederversammlung des Landesverbandes mit der Forderung nach einem Bekenntnis des Landes Sachsen-Anhalt zum Erhalt aller kommunalen Theaterstandorte im Land.

Der Wortlaut der Resolution:

Resolution der Mitgliederversammlung am 16. November 2012 im Theater der Altmark Stendal
Der Deutsche Bühnenverein Landesverband Ost, als der Verband der Theater und Orchester und seiner Rechtsträger, fordert ein Bekenntnis des Landes Sachsen-Anhalt zum Erhalt aller kommunalen Theaterstandorte im Land. Er fordert daher weiter:

• die Stärkung des Kulturhaushaltes des Landes Sachsen- Anhalt
• eine Dynamisierung der Zuwendungen für die kulturellen Einrichtungen, insbesondere
Theater und Orchester
• die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur weiteren Finanzierung der Kultur (zum
Beispiel Umlandfinanzierung und Zweckbindung der FAG- Mittel)

Kultur ist die wichtigste und wertvollste Ressource, die das Land Sachsen-Anhalt besitzt. Dies muss auch zukünftig in der Landespolitik entsprechend geschätzt und im Landesinteresse genutzt werden. Theater und Orchester sind ein vitaler Mittelpunkt des kulturellen Lebens und der Kunst in den Städten und Regionen. Mit ihren Aufführungen und Konzerten und der Vielzahl von Aufgaben, die sie mittlerweile in den Bereichen der kulturellen und ästhetischen Bildung übernommen haben, leisten sie einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag für die Bürger in Stadt und Land.

Sachsen-Anhalt braucht die Fachkräfte aus dem kulturellen Bereich. Sie sind als Menschen und Künstler wichtige Faktoren im Gemeinwesen der Städte.
In ihren Kommunen zählen die Theater und Orchester zu den größten Arbeitgebern. Ein Großteil ihres Gesamtbudgets wird für Löhne und Gehälter ausgegeben, die durch Kaufkraft und Steuern in der Region verbleiben. Durch Materialeinkauf und Auftragsvergabe werden mittelständische Betriebe vor Ort gestärkt.

Die vorhandene kulturelle Infrastruktur leistet einen entscheidenden Beitrag als Standortfaktor, der Menschen und Unternehmen dazu veranlassen kann, in Sachsen-Anhalt zu verbleiben, es touristisch zu besuchen oder sich gar anzusiedeln. Theater und Orchester sichern die Attraktivität der Standorte und wirken identitätsstiftend. Kulturausgaben sind Investitionen in die Zukunft.
Deshalb muss es ein Ende haben mit Kürzungen von Haushaltsmitteln, die sich bislang nahezu ausschließlich auf den Kulturhaushalt bezogen haben. Theater und Orchester haben u.a. in den vergangenen 20 Jahren mehr als ein Drittel des Personals abgebaut, zwei Theaterstandorte wurden geschlossen, drei Orchester fusioniert und zwei Musiktheatersparten geschlossen.
Seit vielen Jahren erhalten die Mitarbeiter der Theater durch den Verzicht auf den ihnen zustehenden Lohn die kulturelle Infrastruktur ihrer Städte. Dieser seit Jahren währende Zustand ist kein Zukunftsmodell und muss beendet werden. Vielmehr fordert die Mitgliederversammlung des Deutschen Bühnenvereins Landesverband Ost von der Landesregierung und dem Landtag eine Umkehr in der derzeitigen Kultur- und Finanzpolitik und damit ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit des Landes.

Quelle: Deutsche Bühnenverein, Landesverband Ost, über Bühnen Halle