Kunstmuseum und Stiftung Moritzburg – wie geht es 2013 weiter?

moritburg2013Für die Kunststiftung Moritzburg gibt es in diesem Jahr einige Änderungen. Wie Boje E. Schmuhl (link), Vorstand der Stiftung Burgen und Schlösser in Sachsen Anhalt, informierte, erfolgte am 1.1.2013 ein Betriebsübergang des Kunstmuseums. Die Stiftung Moritzburg mit ihrem Vermögen gäbe es nach wie vor, aber Betriebsmittel und Mitarbeiter gehören jetzt zur Stiftung Dome und Schlösser, die Mitarbeiter des Museums wurden am 21. Januar auf einer Betriebsversammlung darüber informiert. Trotz aller Änderungen ist auch ein hochkarätiges Aausstellungsprogramm für dieses Jahr geplant.

Es sei viel zu tun im Museum, so sollen in diesem Jahr die Arbeiten im Mittelrisalit des Westflügels abgeschlossen werden, die Fenster in der Magdalenenkapelle werden gerade saniert und auch die Crodel-Halle habe eine Sanierung nötig.  Der konterminierte Holzfußboden solle entfernt werden und Untersuchungen zum Befall mit Schimmel, Pilzen und Bakterien sollen erfolgen. Schmuhl geht bei den Arbeiten in der Crodel-Halle von einem Zeitfenster von drei Jahren aus. Die Crodel-Halle sei für die Morittzburg ein geschichtsträchtiger Teil und müsse erhalten werden. Die Kosten der Renovierung seien z.Z. noch nicht kalkulierbar. Eine langfristige Aufgabe sei es auch, die Depotsituation zu prüfen. Das soll eine Arbeitsgruppe übernehmen. Auch die Bibliothek soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Für die Sanierung stehen für die Moritzburg und die Feininger Galerie in Quedlinburg 2013 1,07 Mio Euro zur Verfügung.

Der amtierender Direktor der Stiftung Moritzburg, Michael Freitag (Foto rechts), betonte, dass er ein Gefühl dafür bekommen habe, in welcher Geschwindigkeit die Aufgaben erledigt werden müssen. In den nächsten 12 Monaten sehe er die Hauptaufgabe  darin, die Position des Museums zu analysieren. Es scheine nötig zu sein, bestimmte Entwicklungen zum Besseren zu wenden. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Erhöhung der Besucherzahlen. Freitag verwies u.a. auf die Digatilisierung der Bestände, die seit ca. einem Jahr erfolgt. Auch Maßnahmen zum Erreichen eines größeren Besucherkreises seien wichtig genauso wie die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, dem Händelhaus oder dem Bereich Kunstgeschichte der MLU.

Freitag verwies auf die wichtigsten Ausstellungsprojekte in diesem Jahr, die sich u.a. mit Emil Nolde – 100 Jahre Moderne und mit dem 25jährigen Jubiläum der Fotografiesammlung in der Moritzburg beschäftigen. Auch die Gerlinger Brücke Trilogoe wird mit Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff fortgesetzt.

Ein besondere Ausstellung gibt es gleich zu Beginn des Jahres. Die Bildhauerin Anne Caroline Zwinzscher zeigt Arbeiten, mit denen sie den Gustav-Weidanz-Preis für Plastik errang. Die gebürtige Quedlinburgerin studierte bis 2012 an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Kuratorin Cornelia Wieg betonte, Zwinzscher zeige realistische Frauenfiguren jenseits des gewohnten Klischees von schön, glatt und schlank. Sie freue sich, dass der Preis seit 1996 zum ersten Mal wieder nach Halle ginge. Über die Ausstellungen berichten wir noch ausführlich.

Gisela Tanner