Kunst mit Schokolade

Das Museum Ritter hatte für Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle einen Wettbewerb ausgeschrieben. Petra Reichenbach erhält den Publikumspreis der Ausstellung „Kunst mit Schokolade“, der am kommenden Samstag, dem 29. September 2012, 15 Uhr, im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung der Ausstellung „Kunst mit Schokolade“ im Museum Ritter in Waldenbruch übergeben wird.

Das Museum zeigt zum 100-jährigen Bestehen der Alfred Ritter Schokoladenfabrik noch bis zum 30. September die Ausstellung „Kunst mit Schokolade“. Ergänzend zu den etablierten Positionen der Ausstellung sind auch die Ergebnisse eines studentischen Wettbewerbs zu sehen, den das Museum Ritter für Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ausgeschrieben hat.

Petra Reichenbach erhält den mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis für ihre im Rahmen des studentischen Wettbewerbs „Material Schokolade. Kunstobjekte zur Speise der Götter“ entstandene Arbeit mit dem Titel „Zartbitter“. Die Kleinplastik hat die Form eines Globus, auf dem folgender Text zu lesen ist: „Kakaobohnen gibt es seit 2000 Jahren • knapp 70 % der Welternte stammt aus Westafrika • Kakaoanbau nur am Äquator möglich • 10,5 Millionen Menschen arbeiten auf rund 3 Millionen Farmen • schlechte Arbeitsbedingungen • sinkender Kakaopreis • Verarmung von Millionen Bauern • sklavenähnliche Bedingungen für hunderttausende Kinder • gesundheitliche Probleme durch Tragen zu schwerer Lasten • Verletzungen durch Macheten oder Stürze • Fairer Handel hat weniger als 1% Anteil am deutschen Markt • Nirgendwo in Europa ist Schokolade billiger als in Deutschland“.

Prof. Dr. Nike Bätzner  dazu im Katalogbuch der Ausstellung: „Der einstige Luxusartikel ist zu einem Massenprodukt geworden, das wir alle haben wollen, das uns zwischendurch eine Energiespritze, ein Glücksgefühl, einen schnellen Genuss verschaffen soll. Um alle zu befriedigen, werden Überschüsse produziert, wird auch achtlos mit dem Material umgegangen, wird es zum Matsch im Getriebe der Süßwarenindustrie […] Für das Prekäre der Produktionswege und die historische Entwicklung von einer Kostbarkeit zum industriellen Artikel findet Petra Reichenbach mit ihrem Globus ein Symbol.“

Vita Petra Reichenbach:
Die 1963 in Aachen geborene Künstlerin  ist seit 2011 Gaststudentin in der Studienrichtung Buchkunst an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und seit 1999 ist sie als freie Grafikdesignerin und Buchgestalterin in Halle tätig. Zuvor war sie Art Directorin bei Scholz & Friends Berlin (1994 bis 1999), Editorial Artist beim New York Times Sunday Magazine in New York City (1993 bis 1994) und Art Directorin bei der Pharma Performance Werbeagentur in München (1990 bis 1993).

Zur Ausstellung gibt es einen Katalog.

Quelle und Foto: Kunsthochschule Burg Giebichenstein