Kulturabbau – Volksinitiative übergibt 30000 Unterschriften an Landtagspräsidenten

Protestierende und eine errichtete Guillotine vor dem Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt Foto: Claudia Heysel
Protestierende und eine errichtete Guillotine vor dem Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt Foto: Claudia Heysel
Protestierende und eine errichtete Guillotine vor dem Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt
Foto: Claudia Heysel

Der finale Protest in Sachen Kulturabbau war erfolgreich, heute, am 14.11.2013, wurden 30.000 Unterschriften an den Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt übergeben. Damit ist die siebentägige Aktion „Magdeburger Landtag hört die Posaunen von Jericho“ heute zu Ende gegangen. Mehr als 350 Demonstranten umrundeten sieben Mal den Landtag von Sachsen-Anhalt, so die Teilnehmer, während die Volksinitiative „Kulturland Sachsen-Anhalt retten“ mehr als 30.000 Unterschriften an den Landtagspräsidenten Detlef Gürth (CDU) übergab.

Gürth wünschte den Initiatoren um den halleschen Opernsänger Olaf Schöder viel Erfolg. Unter den Protestierenden waren neben den Mitarbeitern der Theater Dessau, Halle und Eisleben Vertreter des Blindenverbands, Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal, Vertreter der Initiative „Pro Holzweg“ sowie betroffene Bürger, die sich gegen den kulturellen Kahlschlag in Sachsen-Anhalt zur Wehr setzten.

Zum Hintergrund:

Bereits ab Januar 2014 sollen beim Anhaltischen Theater in Dessau, bei der Landesbühne Sachsen-Anhalt in Eisleben sowie bei der Theater, Oper und Orchester GmbH (TOO) in Halle sieben Millionen Euro gekürzt werden. Der mit ohrenbetäubendem Lärm begleitete Protestzug endete mit einer Kundgebung vor dem Haupteingang des Landtags, bei der die Intendanten André Bücker (Anhaltisches Theater Dessau), Matthias Brenner (Intendant des Neuen Theater Halle), Ulrich Fischer (Intendant der Landesbühne Eisleben) sowie der Initiator der Volksinitiative Olaf Schöder sehr emotional zu den Protestierenden sprachen. In der anschließenden Landtagsdebatte wurde über einen Antrag der Fraktion DIE LINKE zur Theaterfinanzierung verhandelt, der ein Moratorium für die Finanzierung der Theater und Orchester im Land Sachsen-Anhalt fordert. Dieser wurde in den Kulturausschuss verwiesen.

In der Debatte wurde bekannt, dass der Kulturausschuss des Landtags heute Morgen beschlossen hat, den sogenannten „Strukturanpassungsfonds“ mit 1 Mio. Euro auszustatten. Gleichzeitig war der Mitteldeutschen Zeitung von heute zu entnehmen, dass allein die Streichung von 113 Stellen bei der TOO GmbH Halle bis 2018 rund 17,2 Mio. Euro Abfindungen kosten würde. Auch auf die Stadt Dessau-Roßlau kämen Abfindungssummen in zweistelliger Millionenhöhe zu, wenn das Land seine Pläne unverändert umsetzt.

Quelle: Anhaltisches Theater Dessau

Stefan Gebhardt (Fraktion Die Linke), André Bücker (Anhaltisches Theater Dessau), Olaf Schöder (Initiator der Volksinitiative), Matthias Brenner (Intendant des Neuen Theater Halle), Ulrich Fischer (Intendant der Landesbühne Eisleben) vor dem Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt Foto: Claudia Heysel
Stefan Gebhardt (Fraktion Die Linke), André Bücker (Anhaltisches Theater Dessau), Olaf Schöder (Initiator der Volksinitiative), Matthias Brenner (Intendant des Neuen Theater Halle), Ulrich Fischer (Intendant der Landesbühne Eisleben) vor dem Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt
Foto: Claudia Heysel
Olaf Schöder, Detlef Gürth (CDU) und André Bücker bei der Übergabe der 30.000 Unterschriften Foto: Claudia Heysel
Olaf Schöder, Detlef Gürth (CDU) und André Bücker bei der Übergabe der 30.000 Unterschriften
Foto: Claudia Heysel
Der Protestzug umrundet den Landtag von Sachsen-Anhalt Foto: Claudia Heysel
Der Protestzug umrundet den Landtag von Sachsen-Anhalt
Foto: Claudia Heysel