Konventionelle Pflanzenzucht: Forscher der Uni Halle verbessern Weizen

Foto: Nadja Sonntag - Reife Ähre des verbesserten Weizens

[Foto: Nadja Sonntag] Pflanzenwissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben eine neue Weizenlinie gezüchtet, die eine bessere Qualität als gängige Weizensorten hat. Dafür kreuzten sie zwei Kulturweizen mit einem Wildweizen. Die Körner der neuen Pflanze haben unter anderem einen höheren Proteingehalt, was sie auch für die Industrie interessant macht. Die Wissenschaftler konnten außerdem mehrere Abschnitte im Erbgut der Pflanzen ausfindig machen, die in Verbindung mit den besseren Eigenschaften stehen. Die Studie wurde in der internationalen Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Weizen gehört zu den wichtigsten Kulturpflanzen der Welt. Seit Langem wird die Pflanze vom Menschen angebaut. „Weizen wurde vor mehreren Jahrtausenden im heutigen Vorderasien domestiziert. Dabei wurden nur Pflanzen mit speziellen Eigenschaften ausgewählt und vermehrt. Das hat das genetische Material der Pflanzen sehr stark eingeschränkt“, sagt der Pflanzenwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Pillen vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU.

Für ihre neue Studie kreuzten die Wissenschaftler um Pillen zwei aktuelle Weizensorten mit einer Wildweizenart. Die Nachkommen wurden anschließend auf dem Feld angebaut. „Die Qualität von Weizen hängt vom Proteingehalt, der Kornhärte und den Sedimentationswerten ab. Alle sind wichtig für die Backfähigkeit des Mehls, das aus den Weizenkörnern gewonnen wird“, erklärt Pillen. Die Forscher untersuchten diese Eigenschaften bei den Pflanzen im Feld und stellten fest: Dank der Wildweizen-Gene erzielten die neuen Pflanzen immer leicht bessere Werte als ihre Eltern-Pflanzen. Der Proteingehalt stieg zum Beispiel um etwa ein Prozent. „Das mag nicht nach besonders viel klingen. Wenn man aber diesen Wert von einem Korn auf ein ganzes Feld oder die globale Agrarwirtschaft hochrechnet, ergibt sich daraus ein enormer Gewinn“, so der Pflanzenforscher. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass die neuen Pflanzen Nährstoffe im Boden effizienter umsetzen können: Selbst bei einem geringen Stickstoffgehalt im Boden lieferten sie die gleiche Qualität.

Quelle: MLU Halle

 

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