Konstruktiv-konkrete Kunst nach 1945 neu in der Moritzburg

Werke von Horst Batnig im Kabinett des Westflügels der Moritzburg

[Werke von Horst Bartnig im Kabinett des Westflügels der Moritzburg – Foto: G.Tanner] Schon seit der Museumsnacht am 6. Mai können die Besucher des Kunstmuseums Moritzburg  in der Box des Westflügels eine neu gestaltete Sammlungspräsentation der Moderne II –  Kunst nach 1945  der Moritzburg – betrachten.

Zu sehen sind Werke der „konstruktiv-konkreten Kunst und ihre Übergänge zu Positionen mit serieller, minimalistischer und abstrakter Tendenz“. Sie stammen  aus den Sammlungen des Museums. Schon im Ausstellungsbereich der Moderne I – Kunst von 1900 bis 1945 – sind Arbeiten dieser Kunstrichtung von El Lissitzky, Erich Buchholz oder Fritz Winter zu sehen.

Die Schau in der Westflügel-Box steht in engem Bezug zur  Sonderausstellung zum Werk von Alexej von Jawlensky und Georges Rouault. Jawlensky sah in seinem künstlerischen Schaffen auch etwas Meditatives. In den 1990er Jahren schuf Horst Antes in Auseinandersetzung mit Jawlenskys Meditationen eine Reihe von Haus-Bildern, die in der Ausstellung zu sehen sind. Die Kuratoren der Ausstellung, Cornelia Wieg und Wolfgang Büche, sehen auch in der Serie Anima mundi von IMI Knoebel eine  Weiterführung der späten Meditationen Jawlenskys.

Moderne 2 in der Moritzburg

In der Kunst der DDR gab es nur wenige Vertreter der ungegenständlichen Kunst mit der Rückbesinnung auf die Vorbilder der ersten Jahrhunderthälfte, obwohl diese Kunstrichtung nach dem Zweiten Weltkrieg international einen Aufschwung erlebte. Das lag vor allem an dem angestrebten sozialistischen Realismus. Die Rolle der konstruktiv-konkreten Kunst in der DDR sei noch einer eingehenden Betrachtung wert, meint Cornelia Wieg (Foto).

Hermann Glöckner aus Dresden beschäftigte sich schon in den 1930er Jahren mit der konkreten Kunst und führte das auch in der DDR konsequent durch.  Damit war er Vorbild  für Künstler wie Horst Bartnig (Berlin), Karl-Heinz Adler (Dresden) oder Ludwig Ehrler (Halle/Saale). Glücklicherweise hat das Museum von diesen, aber auch vonHermann Glöckner, noch zu DDR-Zeiten Werke erworben.  Nach 1990 wurden weitere Arbeiten der konstruk­tiven Kunst des 20. Jahrhunderts und der Minimal Art erworben. Dazu gehören Werke von  Edda Jachens, Hanns Schimanski und  IMI Knoebel, letzterer nahm übrigens mit seinem Künstlernamen Bezug auf das in Genthin produzierte Waschpulver.

Wie Museumsdirektor Bauer-Friedrich informiert, werden im Kabinett der Westbox  zusätzlich Werke von Horst Bartnig (06.05. – 27.08.2017, serielle Werke)  und Ludwig Ehrler (18.11.2017 – 11.02.2018, serielle Werke) zu sehen sein.

Diese Sammlungspräsentation gehört zum thematischen Sammlungsrundgang „Kunst und Religion“, der von vielfältigen Veranstaltungen begleitet wird. Dazu gehören u. a. Künstlergespräche mit Horst Bartnig und Karl-Heinz Adler. Termin folgt!

Gisela Tanner nach Informationen der Moritzburg

 

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