Konjunktur fasst wieder Tritt

© Michael Deutsch - IHK Hauptsitz IHK Halle-Dessau in Halle
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Hauptsitz IHK Halle-Dessau in Halle

Erfreuliche Nachrichten von der IHK Halle Dessau, das Geschäftsklima im Süden Sachsen-Anhalts hat sich aufgehellt. Nach mehreren Quartalen der Seitwärtsbewegung klettert der Geschäftsklimaindex der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) im dritten Quartal 2013 um sieben auf 18,4 Punkte. Der Anstieg geht gleichermaßen auf eine verbesserte Lage und optimistischere Erwartungen zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt die IHK in ihrem aktuellen Konjunkturbericht.

„Die Konjunktur im Landessüden fasst wieder Tritt“, betont Dr. Christof Altmann, Leiter Standortpolitik der IHK. Die positiven Impulse gehen hauptsächlich von den Dienstleistern und dem Handel aus. „Beide Branchen profitieren vom guten Konsumklima. Die robuste Entwicklung des Arbeitsmarktes macht sich deutlich positiv bemerkbar, die Kaufkraft wird auf breiter Front gestärkt“, analysiert Altmann. Ob die Aufwärtsbewegung sich fortsetzen und an Breite gewinnen werde, sei indes offen, denn noch fehlten entsprechende Signale aus der Industrie: „Bei grundsätzlich guter Lage verunsichert hier die Entwicklung des Auslandsgeschäfts und der Energiekosten. Der Politik muss es gelingen, den Anstieg der Energiekosten aufzuhalten, sonst wird die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe ernstlich bedroht“, so Altmann weiter.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier findet in der Halbzeitbilanz der Landesregierung Licht und Schatten: „Beachtlich ist das Bemühen der Landesregierung um Haushaltskonsolidierung, trotz aller berechtigten Kritik im Detail sowie an nicht immer deutlich gemachten Maßstäben und Kriterien. Auch der Einsatz für wichtige Infrastrukturprojekte und der breitere Ansatz der Innovationsförderung sind erfreulich.“ Unerfreulich allerdings seien die bürokratische Überfrachtung des Vergabegesetzes mit umwelt- und sozialpolitischen Nebenzielen, die dort nichts zu suchen hätten. „Auch die Einführung des Wassercents und die unreflektierte Unterstützung des Ausbaus von Wind- und Solarenergie sind zu kritisieren. Eine wirksame Kostenbremse ist hier unerlässlich – und zwar für Unternehmen und private Haushalte gleichermaßen“, so Brockmeier weiter.

Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen:

Die Stimmung in der Industrie liegt stabil auf solidem Niveau. Das Geschäftsklima bleibt mit 12,3 Punkten weitgehend unverändert. Dabei sind die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage seit über einem Jahr sehr gut. Aktuell liegen sie bei 30,6 Prozentpunkten. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen verändert sich mit 6,1 Prozentpunkten ebenfalls kaum. Innerhalb der Branche sind es die Investitionsgüterproduzenten, die Verbesserungen angeben. Die regional wichtigen Vorleistungsgüterproduzenten melden dagegen rückläufige Erwartungen. Insbesondere die Unsicherheiten über die Entwicklung der Energiekosten sorgen für Skepsis.

Im Baugewerbe ist die Stimmung weiterhin positiv, wobei der Aufschwung am Bau auf zunehmend breiter Basis steht. Die witterungsbedingte Verschiebung von Bauaufträgen aus dem Frühjahr in den Sommer ist noch nicht ganz abgeschlossen. Hinzu kommen weitere Verschiebungen durch die Flut. Die sehr hohe Auftragsreichweite sorgt für ein gutes Geschäftsklima (14,2 Punkte). Dabei verbessert sich der Saldo aus guten und schlechten Lageeinschätzungen weiter auf sehr gute 46,3 Prozentpunkte. Die Geschäftserwartungen trüben sich dagegen in saisonal üblichem Umfang auf -17,9 Punkte ein.

Das Dienstleistungsgewerbe geht mit Schwung ins zweite Halbjahr. Der Geschäftsklimaindex zieht nach dem Rückgang im Vorquartal wieder auf 28,0 Punkte an. Der Saldo aus guten und schlechten Lageeinschätzungen erreicht mit 53,0 Prozentpunkten den höchsten Wert seit 2007. Dabei werden auch die Umsatz- und Gewinnlage als verbessert eingeschätzt. Die Geschäftserwartungen bleiben mit 2,9 Prozentpunkten auf einem neutralen Niveau und gehen einher mit der Erwartung stabiler Umsätze.

Der Handel floriert. Der Geschäftsklimaindex verbessert sich zum Vorquartal erneut und erreicht mit 8,5 Punkten wieder einen klar positiven Wert. Die Branche profitiert, ebenso wie Teile der Dienstleister, vom guten Konsumklima. Die Geschäftslage ist mit 18,2 Prozentpunkten nun in einem solide posi-tiven Bereich. Dies wird unterstützt durch Verbesserungen bei der Gewinn- und Umsatzlage. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen ist mit 1,3 Prozentpunkten ausgeglichen, was auf Stabilität hindeutet.

Im Verkehrsgewerbe ist die Lage zwar stabil, es bleibt aber eine gewisse Skepsis. Das Geschäftsklima zeigt mit 11,4 Punkten keine Bewegung. Die Lagebeurteilungen verändern sich dabei mit 24,1 Prozentpunkten ebenfalls kaum zum Vorquartal. Bei weiterhin leicht angespannter Gewinnentwicklung stiegen die Umsätze deutlicher an. Die Geschäftserwartungen verbessern sich leicht auf -1,3 Prozentpunkte. Für Zurückhaltung sorgen vor allem drohende Mehrkosten durch mögliche Ausweitungen der Maut.

Quelle: IHK