Kasimir und Karoline – neues Stück – neue Ausstellung – neuer Saal

Im neuen theater Halle gab es am Wochenende gleich dreimal Neues. Das Volksstück „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth erlebte seine Premiere, eine neue Ausstellung vom Theaterfotografen Gert Kiermeyer wurde eröffnet und der Saal der Kammer erstrahlte in neuem Glanz.

Die Erinnerungen an das letzte Oktoberfest sind noch nicht verblasst, da werden die Besucher auf besondere Weise in die Welt der „Wiesn“ zurück versetzt. In dem Stück von Ödön von Horváth geht es um den Chauffeur Kasimir, der gerade arbeitslos wurde, seine Geliebte Karoline, die sich auf dem Fest vergnügen möchte, um den Zuschneider Schürzinger, der um Karoline wirbt, um einen Zirkusdirektor auf der Suche nach menschlichen Absonderlichkeiten, um Erna, den Merkl Franz und Konrad Rauch, alles Figuren, die sich mehr oder weniger mit dem Fest arrangiert haben oder aufgrund ihrer momentanen Gefühlslage nicht in der Lage sind, in den Trubel einzusteigen. Horváth selbst meint zu seinem Stück: „Eine Ballade voll stiller Trauer, gemildert durch Humor, das heißt durch die alltägliche Erkenntnis: Sterben müssen wir alle!“ Für Inszenierung, Bühne und Kostüme zeichnen David Czesienski und Robert Hartmann verantwortlich, es spielen Jonas Schütte (Kasimir) Lena Zipp (Karoline), Alexander Pensel (Schürzinger), David Kramer (Merkl Franz), Bettina Schneider (Erna), Andreas Range (Rauch) und Wolf Gerlach (Direktor).

Gleichzeitig wurde an diesem Tag auch die Ausstellung des bekannten halleschen Theaterfotografen Gert Kiermeyer mit dem Titel „twilight zone – actors in fashion“ eröffnet, der Schauspieler des nt in ungewohnter Pose als Models in schwarz-weiß ablichtete. Beim nächsten Besuch der Kommode sollte man unbedingt etwas Zeit einplanen für das Betrachten der wunderbaren Ausstellung.

Nach der Premiere wies nt-Intendant Mathias Brenner auf den neu gestalteten Saal der Kammer hin. Viele kennen sie noch als „Kommode“, eine Idee von „nt-Urvater“ Peter Sodann, später wurde unter Christoph Werner daraus die Werft – fensterlos und völlig schwarz. Brenner hat nun wieder einen Theatersaal daraus werden lassen, weniger steil, wieder mit Fenstern, mit schweren roten Vorhängen, bequemen Stühlen und klimatisiert. Der Intendant dankte ausdrücklich dem selbstlosen Einsatz der Techniker – Ehrenmitglied Rolf Rabitz, Jens Richter als technischen Leiter und Mirco Scharsig als Leiter Haustechnik. Wünschen wir dem nt und uns viele anregende Theatererlebnisse in diesem neuen Saal.

Gisela Tanner www.webredakteurin.com

Foto: Gert Kiermeyer über Bühnen Halle – David Kramer, Bettina Schneider, Alexander Pensel, Lena Zipp, Wolf Gerlach, Andreas Range