Karl Völker – Verborgener Kirchenschatz aus Schmirma ist jetzt in der Moritzburg sichtbar

(c)tannertext - Moritzburg - Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma
(c)tannertext - Moritzburg - Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma
(c)tannertext – Moritzburg – Ausstellung mit Werken von Karl Völker aus der Kirche in Schirma

Das wird so wohl nicht noch einmal zu sehen sein, unter dem Titel „Karl Völker. Heilige Geschichten. Der expressionistische Bilderschatz aus Schmirma“ zeigt die Kunsttsiftung Moritzburg in Halle Kirchenbilder von Karl Völker (1889–1962), die sonst an der Decke der Dorfkirche in Schmirma hängen. Im Jahr 1921 hat Völker sie geschaffen, 11 Deckenbilder zur Passionsgeschichte.

Moritzburg Karl Völker. -VernissageDass die Werke so gut erhalten sind, ist vor allem der Gemeinde Schmirma zu verdanken, die Völkers Kunst auch vor den Nationalsozialisten gerettet hat, deren Aktion „Entartete Kunst“ so manches Werk vernichtet hat. Auch der Enkel des Künstlers, Klaus Völker, engagiert sich zusammen mit anderen Mitgliedern der Karl-Völker-Initiative für den Erhalt der Werke. Klaus Völkel  ist selbst Kunstschaffender. In der Dorfkirche muss z.Z. das Dach repariert werden, eine einmalige Gelegenheit, die Bilder an anderer Stelle – in völlig anderer Sichtweise – zu zeigen.
Moritzburg Karl Völker. -VernissageIm kräftig abgedunkelten und geschickt beleuchteten Raum sind die Werke jetzt im Nordflügel des Moritzburgmuseums zu betrachten. Schon die Vernissage war etwas ganz Besonderes. Die Bewohner Schirmas waren extra mit einem Bus angereist und brachten Speisen und Getränke mit – ähnlich wie bei einem Abendmahl, meinte Museumsdirektor Michael Freitag. Viel  Prominenz aus Halle  –  z.B. OB Wiegand – und der Region, aber auch Kunstinteressierte aus Halle und dem Umland waren gekommen.

Moritzburg Karl Völker. -VernissageMuseumsdirektor Michael Freitag (Foto) begrüßte  besonders die Bewohner  Schirmas: „Es sind ihre Bilder, die wir hier zeigen“. Er betonte, dass die Bilderstürmer an der Kirche von Schirma vorbeigefegt seien. Nun können die Bilder einmal aus der Nähe betrachtet werden. Die Begrüßung zur Vernissage sei für ihn gleichzeitig ein Abschied.  Es sei die letzte Ausstellung, die er ind er Moritzburg eröffne, so schließe sich der Kreis, der 2005 mit der Ausstellung von Einar Schleef  im Karstadtgebäude begann. Von Enkel Klaus Völker erfuhr er von den Bildern in Schirma, harmonische Bilder mit hoher Leuchtkraft.

Moritzburg Karl Völker. -VernissageDer Pfarrer der Gemeinde  Schirma betonte, dass die Gemeinde die Bilder auch in den letzten Jahren  ohne die nötigen Mittel über die Zeit gebracht habe und lobte die Karl-Völker-Initiative.  Wolfgang Büche, Kustos der Sammlung Gemälde, dankte Klaus Völker für die Zusammenarbeit, als Teenager habe er die Bilder von Karl Völker bewundert. Völker sei ein Künstler gewesen, der immer bei sich war. Auch Enkel Klaus Völker bedankte sich bei den Gemeindemitgliedern von Schirma.

Die Werke Völkers sind in der Moritzburg nun aus der Perspektive des Künstlers, und nicht an der Decke hängend, zu erleben. Einige sind schon restauriert, andere zeigen noch die Spuren der Zeit. Um die Kosten für die Restaurierung aufzubringen, steht im Vorraum der Ausstellung eine Spendenbox bereit.

Gisela Tanner

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