Jobchancen für junge Menschen steigen

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Immer weniger junge Menschen stehen in Sachsen Anhalt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Das steigert ihre Chancen und senkt die Arbeitlosigkeit. Im Jahr 2000 lebten noch fast 338.000 Jüngere zwischen 15 und 25 Jahren zwischen Arendsee und Zeitz. Zehn Jahre später waren es nur noch 224.000, also ein Drittel weniger. Ein dramatischer Rückgang mit unmittelbaren Folgen für den Arbeitsmarkt: „Die Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Menschen ist in den vergangenen Jahren um die Hälfte gesunken, ihre Beschäftigung ist gestiegen. Dazu haben wir jetzt auch einen ausgeglichenen Ausbildungsmarkt. Die Chancen für die jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt haben sich also in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Für die Unternehmen wird es aber weiterhin schwierig bleiben, ihre Stellen mit Nachwuchskräften zu besetzen. Wir haben einfach nicht mehr genug von ihnen. Sie sind ein kostbares Gut“, sagte Kay Senius, Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen in Halle. Dazu komme, dass immer mehr Jugendliche studierten und damit für eine Ausbildung nicht zur Verfügung stünden.

Beschäftigungsquote über dem deutschen Schnitt
Besonders deutlich wird der Einfluss des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt beim Blick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Waren im März 2008 noch 12,3 Prozent aller Beschäftigten in Sachsen-Anhalt unter 25 Jahre alt, waren es nach den neuesten Daten vom März 2012 nur noch 9,7 Prozent. Und allein zwischen März 2011 und März 2012 sank die Zahl der Beschäftigten „U 25“ um 5.500. Das sind 7 Prozent. Im Ostdeutschen Schnitt lag der Rückgang im gleichen Zeitraum bei 5,9 Prozent, im Westen hingegen stieg die Zahl der Beschäftigten „U 25“ im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent. Auch wenn der Anteil der jüngeren an allen Beschäftigten sinkt, innerhalb der Altersgruppe steigt der Anteil derjenigen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. „Die Beschäftigungsquote der Generation „U 25“ ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren leicht aber stetig gestiegen. 38,5 Prozent der Menschen in der Altersgruppe „unter 25“ haben einen sozialversicherungspflichtigen Job. Der Bundesschnitt liegt bei knapp 36 Prozent“, sagte Kay Senius. Die Beschäftigungsquote weist den Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Bevölkerung im jeweiligen Alter aus.

Von 2007 bis 2012: Jugendarbeitslosigkeit sinkt um fast die Hälfte
„Die überwiegend positive Konjunktur, der Fachkräftebedarf der Unternehmen und die demografische Entwicklung haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren gehabt“, sagte Kay Senius. Diese sei erheblich gesunken. Waren im Oktober 2007 noch 20.300 Menschen unter 25 Jahren in Sachsen-Anhalt ohne Job, so waren es im Oktober 2012 nur noch 10.800. Ein Rückgang um über 46 Prozent.
Dazu kommt: Jüngere Arbeitslose haben es wesentlich leichter als Ältere. „Grundsätzlich ist es so, dass Jugendliche zwar schneller arbeitslos werden als Ältere, weil sie oft nach der Ausbildung auf Jobsuche sind, dafür bekommen sie aber schneller wieder eine Anstellung. Im Schnitt sind jüngere Arbeitslose in Sachsen-Anhalt 16,8 Wochen ohne Job, während der „normale“ Arbeitslose durchschnittlich 39 Wochen braucht, um wieder einzusteigen“, so Kay Senius.

Trotz besserer Chancen sieht Sachsen-Anhalts BA-Chef immer noch große Herausforderungen- insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit. Überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit bedroht sind nämlich weiterhin junge Menschen mit schlechteren Bildungsvoraussetzungen. 41 Prozent der im Oktober 2012 gemeldet arbeitslosen Jugendlichen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung, fast 15 Prozent keinen Hauptschulabschluss. „Angesichts der sinkenden Zahl von Nachwuchskräften brauchen wir aber jeden Jugendlichen als Fachkraft für unsere Wirtschaft. Deshalb müssen alle Akteure noch mehr dafür unternehmen, die Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrecher zu reduzieren. Es darf nicht sein, dass dieses Potential uns verloren geht und in der Arbeitslosigkeit landet“, so Kay Senius. Er forderte Schulabbrecher und junge Menschen ohne Schulabschluss dazu auf, schnellstens ihren Abschluss nachzuholen. Dafür gebe es auch Fördermöglichkeiten der BA.
Die Chancen von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt steigen … „Insbesondere dann, wenn sich die jungen Menschen bei der Berufswahl nicht an vermeintlichen Traumjobs, sondern an den regionalen Bedarfen der Wirtschaftorientieren. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben sind und bleiben eine gute Schul- und Ausbildung, “ so Kay Senius.

Quelle und Foto: BA regional