IHK – Konjunktur erhält leichten Dämpfer

ihk 1301Laut Angaben der IHK erhält die gute Konjunktur im Moment einen leichten Dämpfer.  Die Stimmung der Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts hat sich im dritten Quartal 2015 auf hohem Niveau leicht eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) fällt von 23,3 Punkten auf 16,7 Punkte. Zu diesen Ergebnissen kommt die IHK in ihrem aktuellen Konjunkturbericht.

Der aktuelle Dämpfer geht von zwei Branchen aus: „Aktuell sind es die Dienstleister und die Bauunternehmen, die eine Stimmungseintrübung melden. Dies sind die beiden Branchen, die im Vorquartal besonders gute Werte geliefert hatten. Insofern normalisiert sich das Bild wieder“, interpretiert Dr. Christof Altmann, Leiter des Geschäftsfelds Standortpolitik der IHK, die Ergebnisse. „Die günstige Grundkonstellation aus billigem Öl, billigem Geld und einem robusten Arbeitsmarkt besteht fort. Allerdings gibt es zunehmend Zweifel an der konjunkturellen Entwicklung in China, in einigen anderen Schwellenländern und in den USA. Und auch die zunehmende Regulierung des deutschen Arbeitsmarktes macht sich in Form auffallend schwacher Beschäftigungspläne bemerkbar“, so Altmann weiter.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier nimmt vor allem die Energiepolitik kritisch in den Blick: „Vor einem Jahr hat der Bundeswirtschaftsminister angekündigt, mit der Reform des EEG werde man die Kostendynamik durchbrechen. Das ist eindeutig nicht gelungen.“ Die Umlage steige weiter – und zwar auf einen neuen Rekord. „Im Jahr 2016 werden die Anlagenbetreiber fast 23 Milliarden Euro an Vergütungszahlungen einstreichen, der Stromverbraucher zahlt die Zeche.“ Trotz Ausschreibungen und Pflicht zur Direktvermarktung sei „unterm Strich alles beim alten“ geblieben. „Auf diese Weise wird die Axt an die Wurzel unserer energieintensiven Wirtschaft gelegt. Der Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland muss sich um seine industrielle Basis Sorgen machen, wenn diese Preistreiberei nicht aufhört,“ so Brockmeier abschließend.

Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen:

Die Industrie zeigt sich insgesamt stabil. Das Geschäftsklima ist mit 18,1 Punkten im Vergleich zum Vorquartal (17,3 Punkte) nahezu unverändert und liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Negative Impulse jedenfalls gehen von der Branche nicht aus. Innerhalb der Industrie ist die Stimmung bei den Investitions- und Konsumgüterproduzenten deutlich besser als bei den Produzenten von Vorleistungsgütern.

Im Baugewerbe ist die Euphorie etwas gebremst. Wie schon in den letzten Quartalen profitiert die Branche weiterhin von niedrigen Zinsen, einer steigenden Kaufkraft und einem Mangel an renditestarken Kapitalanlagen. So liegt das Geschäftsklima im Baugewerbe mit 15,2 Punkten weiterhin auf einem beachtlichen Niveau, jedoch deutlich unter dem außergewöhnlich hohen Wert des Vorquartals (30,4 Punkte). Ein Teil dieses Rückgangs ist durch saisonale Effekte bedingt. Dennoch verbleibt auch nach Saisonbereinigung ein leichter Rückgang.

Das Dienstleistungsgewerbe, das im Vorquartal noch für positive Impulse gesorgt hatte, verzeichnet nun eine deutliche Korrektur nach unten. Der Geschäftsklimaindex für die Branche geht von außergewöhnlich guten 29,2 Punkten auf 18,9 Punkte zurück. Diese deutliche Korrektur ist – gemeinsam mit der Korrektur im Baugewerbe – verantwortlich für den leichten konjunkturellen Dämpfer in der Gesamtwirtschaft. Ursächlich hierfür sind vor allem Lageverschlechterungen, während die Erwartungen auf neutralem Niveau weitgehend konstant bleiben.

Im Handel treibt das anhaltend gute Konsumklima. Ein Umfeld aus niedrigen Zinsen und einer robuster Beschäftigungsentwicklung mit steigenden Reallöhnen führt zu einer fortgesetzten Aufhellung der Stimmung. Der Geschäftsklimaindikator liegt mit 14,1 Punkten in etwa auf dem Niveau des Vorquartals und weit über dem Niveau des Vorjahresquartals. Saisonbereinigt ergibt sich zum Vorquartal ein deutlicher Anstieg. Positive Impulse gehen vor allem vom Einzelhandel aus.

Das Verkehrsgewerbe gelangt nach teils heftigen Turbulenzen in den vergangenen Quartalen allmählich in ruhigeres Fahrwasser. Das Geschäftsklima bleibt mit 6,7 Punkten zwar etwas unter dem Niveau des Vorquartals, saisonbereinigt ergibt sich allerdings ein weiterer Anstieg. Auch das Niveau des Vorjahresquartals wird übertroffen. Dennoch hat die Branche weiterhin unter einem starken Anstieg der Lohnkosten im Zusammenhang mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu leiden.

 

Quelle: IHK