Hänsel und Gretel – Märchenhaftes an der Oper Halle

Kinder brauchen Märchen, heißt es im Programmheft zur aktuellen Inszenierung von Hänsel und Gretl an der Oper Halle, doch auch Erwachsene freuen sich, wenn sie einmal in eine Welt entführt werden, in der“ gut“und „böse“ noch klar zu erkennen sind, in der Bäume von der Decke schweben, Engel über die Szene huschen und es ab und zu noch knallt und zischt.

Auch wenn die Oper bereits im Jahr 1893 uraufgeführt wurde, begeistert sie noch heute alle Generationen. Bei der aktuellen Premiere an der Oper Halle waren im Publikum nicht wenige Kinder zu entdecken und so mancher Erwachsene sah sich die Oper – vielleicht nicht zum ersten Mal – an. Während sich die Kinder, oft tiefbeeindruckt, schützend an ihre Eltern kuschelten, mussten die „Großen“ doch ab und an schmunzeln, z.B. wenn die Hexe (grandios interpretiert von Ralph Ertel) über die Bühne schwebte oder mit allerlei Geräuschen zwischen ihrem Gesang die Aufmerksamkeit erregte.

Die Aufführung zeigte einmal mehr, welchen soliden Klangkörper die halleschen Bühnen zu bieten haben, die Staatskapelle Halle unter der Musikalischen Leitung von Robbert van Steijn überzeugte mit ihrer Interpretation des Singspiels. Auch Hänsel und Gretel, verkörpert von Sandra Maxheimer und Ines Lux (Foto), spielten ihre Rolle mit sichtlichem Vergnügen. Das Elternpaar, das in der aktuellen Insenierung von Matthias Hüstebeck seine Kinder nicht loswerden wollte, sondern nur zum Essen holen fortschickte, wurde von Romelia Lichtenstein und Matthias Henneberg interpretiert.

Erwähnenswert sind auch das Bühnenbild und die Kostüme, schon zu Beginn der Vorstellung schlichen Hexen mit rot funkelnden Augen über die Bühne, die Requsiten wie das Elternhaus vom Kinderpaar oder ein ganzer Wald schwebten vom Himmel ein, mit Licheffekten wurde nicht gespart. Das Hexernhäuschen (Foto) wurde modernisiert und war nicht nur mit Pfefferkuchen, sondern auch mit allerlei Nachwerk, wie es heute angeboten wird – vom Gummibärchen über die kleinen Schokolinsen und Kekse – ausgestattet. Die Kinder, gesungen vom Chor der Huttenschule, kamen als Pan-Cakes mit rüschigen Papiermanschetten oder Früchtchen daher.

Gänsehaut erzeugte wie gewohnt das bekannte Wiegenlied „abends, wenn ich schlafen geh…“. Das Sandmännchen wurde bei der Premiere interpretiert von Kaori Sekigawa. Sie ist eben einfach schön, die Musik von Engelbert Humperdinck!

Gisela Tanner www.tannertext.de

Fotos: Sandra Maxheimer, Ines Lex als Gretel und hänsel©Anna Baumgart über Bühnen Halle

Nächste Vorstellung: Mittwoch, 17.10.2012 ,  Freitag, 02.11.2012  jeweils um 19.30 Uhr